Apr 2019 09

Der Handball-Coup von Habenhausen

Habenhausen wird in Hamburg deutscher Amateur-Pokalsieger und hofft nun auf neue Sponsoren. DHB-Pokalturnier in Bremen mit Erst- und Zweitligisten

Lukas Feller wusste gar nicht, was er sich zuerst packen sollte. Der Oberliga-Handballer des ATSV Habenhausen griff nach dem Pott, dann nach der um den Hals baumelnden Goldmedaille und war völlig aus dem Häuschen. Deutscher Amateurpokalsieger 2019, das muss man erst mal verarbeiten. „Ich kann im Moment gar nicht realisieren, was da gerade passiert ist“, stammelte er. Neben ihm standen seinem Abwehrchef Fabian Rojahn die Freudentränen in den Augen. „Heute wird keiner schlafen“, kündigte er an. Schließlich ging es abends noch zurück aus Hamburg zur Feier ins Hotel am Werdersee, zu der der Verein das Team und die 80 mitgereisten Anhänger eingeladen hatte.

Wenn gestandene Mannsbilder weinen, dann muss etwas Gewaltiges passiert sein. Tatsächlich haben sich die Viertliga-Handballer des ATSV Habenhausen mit dem 31:29-Erfolg im Endspiel über den BTB Aachen in die Vereinsgeschichte geballert. Der ATSV-Trainer Matthias Ruckh bekam von den nervenaufreibenden finalen Würfen im Siebenmeterstechen nichts mehr mit. Er drehte sich weg, fixierte einen Punkt im Publikum und wurde erst auf den grandiosen Erfolg aufmerksam, als seine Spieler lauthals triumphierend auf Schlussmann Daniel Sommerfeld zurannten und ihn im Freudentaumel unter sich begruben. Für Ruckh ist es bei seiner ersten Trainerstation gleich ein grandioser Erfolg.

„Das ist ein einmaliges Erlebnis, so etwas bekommt man in seiner Sportkarriere nicht wieder“, strahlte ATSV-Kapitän Björn Wähmann. Er hatte fünf Wochen vorher sogar die Party mit 110 Gästen anlässlich seines 30. Geburtstags kurzfristig verschoben, um mit einem 23:21-Halbfinalerfolg über den thüringischen Vertreter HSV Apolda ins Endspiel gegen die Aachener „Bandits“ einzuziehen. „Das hat sich voll gelohnt“, bilanzierte er rundum zufrieden.


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