Begegnung auf der Tanzfläche

Habenhausen. Kopfüber springt Slava in den Raum hinein. Die Zuschauer halten vor Schreck den Atem an. Bei so einem gewagten Sprung könnte sich der 15-Jährige leicht verletzten. Doch Slava macht das nicht zum ersten Mal. Er rollt elegant über den Rücken ab und ist mit einem Satz wieder auf den Beinen. Die Zuschauer applaudieren begeistert. So etwas haben die meisten von ihnen noch nie gesehen.

Eine ungewöhnliche Begegnung wartete kürzlich auf die Tänzerinnen und Tänzer des ATSV Habenhausen. Erstmals kamen die Gesellschaftstänzer und die Abteilung Hip-Hop/Breakdance zu einem bunten Abend zusammen.

Vor einigen Wochen hatte sich die Tanzabteilung des Vereins erheblich vergrößert. Nachdem Heiko Leyhausen seine Tanzschule aufgegeben hatte, um in die USA auszuwandern, standen plötzlich mehr als 500 Gesellschaftstänzer und Hip-Hopper praktisch auf der Straße. Durch einen persönlichen Kontakt fanden 300 von ihnen schließlich eine neue Heimat beim ATSV Habenhausen. Damit zählt der Verein jetzt insgesamt fast 2000 Mitglieder. Damit gehört er zu den größten in der Stadt.

Für den ATSV war die Aufnahme so vieler Tänzer eine echte Herausforderung, erzählt Uwe Hermann, der 1. Vorsitzende. Bisher hatte es bei den Habenhauser Sportlern nur 80 Gesellschaftstänzer gegeben. Schnell stellte sich heraus, dass der kleine Raum mit Linoleumfußboden in der Kästnerstraße nun nicht mehr ausreichen würde. Eine alternative Trainingsmöglichkeit musste her.

Schließlich fand der Vorstand einen geeigneten Raum in der Steinsetzer Straße. Nur der Boden war so gar nicht tanztauglich. Daher verlegten vier Vorstandsmitglieder unter fachmännischer Anleitung 160 Quadratmeter Parkett. Außerdem warben sie die ADTV-Tanzlehrerin Tabea Bochnig an, die nun die insgesamt 13 neuen Kurse übernehmen wird.

An der feierlichen Einweihung ihres neuen Tanzraums nahmen selbstverständlich beide Sparten der Tanzabteilung teil. So konnten sie sich gleich ein wenig beschnuppern. „Die meisten unserer Gesellschaftstänzer hatten bisher wohl noch nicht so viele Berührungspunkte mit Hip-Hop und Breakdance“, vermutete Hermann.

Damit hatte er offensichtlich genau ins Schwarze getroffen. Als die Tänzerinnen der Junioren-Formation „Unpredictable“ ihre zackigen Bewegungen zu den schnellen Rhythmen aus den Lautsprechern zeigten, staunten viele der meist älteren Zuschauer nicht schlecht. Doch schnell war das Eis gebrochen, und die ersten wippten im Takt mit. Auch die Breakdance-Tänzer eroberten die Herzen der Gesellschaftstänzer im Sturm. Besonders die beiden jüngsten Mitglieder der Gruppe, die siebenjährigen Jungen Mika und Julian, sorgten mit ihren Tricks für wahre Begeisterungsstürme. Die älteren Tänzer Ekkaphot, Helder, Nick und Slava fesselten die Zuschauer mit teils sehr aufwendigen Aktionen. Beispielsweise rutschten die Jungen auf dem Kopf durch den ganze Raum oder drehten sich minutenlang auf einer Hand um die eigene Achse.

„Das ist eigentlich gar nicht so schwer“, findet der 17-jährige Ekkaphot, der sich den Künstlernamen „D-Style“ gegeben hat. „Du brauchst bloß eine gute Körperspannung und musst ziemlich gelenkig sein“, sagt er. Dass er allerdings seit vielen Jahren fast täglich trainiert, hat sicherlich auch seinen Teil zum Erfolg beigetragen.

Der ATSV Habenhausen hat dank des neuen Raumes nun sogar noch Platz für weitere Tänzer, sowohl im Gesellschaftstanz als auch im Hip-Hop-Bereich. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.atsvhabenhausen.de.

 

Quelle: Weser-Kurier (30.04.2009)

 

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