Arsten ohne Derbyfeeling

Habenhausen gewinnt klar mit 25:20

Das Lokalderby in der Handball-Oberliga Nordsee der Frauen zwischen dem TuS Komet Arsten und dem ATSV Habenhausen war eine klare Sache. Im Hinspiel hatten sich beide Klubs noch leistungsgerecht mit 27:27 getrennt, diesmal hatte der Gast aus Habenhausen die Nase vor 160 Zuschauern ungefährdet mit 25:20 (13:10) vorne. Die Serien der beiden Stadtrivalen bleiben damit bestehen: Der ATSV Habenhausen setzte seinen Höhenflug mit dem achten ungeschlagenen Spiel in Folge fort (15:1 Punkte). Genauso lange warten die Arsterinnen auf den ersten Sieg (2:14 Punkte, davon zwei Unentschieden).

„Wenn ich meiner Mannschaft überhaupt etwas vorwerfen kann, dann das fehlende Derbyfeeling“, stellte Arstens Trainer Marc Winter nach dem Abpfiff fest. „Da spielt man anders, da ist man heißer.“ Personell waren dem Tabellenachten allerdings auch kräftig die Hände gebunden, denn ohne die Rot gesperrte Swantje Boettcher und Bryana Newbern, von der sich das Team getrennt hat, fehlten den Gastgeberinnen die Stammtorhüterinnen. Außerdem mussten sie mit Pia Wefer (Fußbruch) auf eine Stammkraft verzichten. Die Torjägerin Birte Kruse und die Abwehrchefin Stefanie Segieth waren nur angeschlagen ins Derby gegangen.

Vielleicht lag es ja daran, dass sich die magere Chancenverwertung wie ein roter Faden auch durch diese Partie zog: „Habenhausen hat vor der Pause nur fünf Tore aus dem gebundenen Spiel gemacht. Den Rest haben wir über die erste und zweite Welle kassiert. Damit haben wir uns quasi selbst ins Knie geschossen“, sagte Winter.

Seine Mannschaft erwischte es nach dem 3:3 recht schnell, als sie mit 3:7 ins Hintertreffen geriet und Marc Winter zur Auszeit griff (10.). Die fruchtete nach dem 3:8, denn die Gastgeberinnen drehten den Spieß zum 9:8 um (16.). Anschließend war aber wieder der ATSV Habenhausen am Drücker und setzte sich auf 12:9 ab. Die Gäste profitierten dabei auch vom Wurfpech des TuS Komet, bei dem allein Mirja Kahle dreimal das Torgestänge traf.

„Insgesamt habe ich meine Mannschaft aber auch frischer angesehen. Wir haben Arstens Schwächephase ausgenutzt“, meinte Habenhausens Trainerin Corinna Wannmacher. Als torhungrig erwies sich Sabine Peek, der bei sieben Toren nur zwei Fehlwürfe unterliefen. Insa Klün sprang zweimal schön durch die Arster Abwehrlücken und netzte auch fünf von sechs Siebenmetern ein. Am Kreis holte Alisa Lang drei Siebenmeter heraus.

TuS Komet Arsten: Pesel, Horstmann; Jarzembowski (7/4), Tuleweit, Segieth (1), Twachtmann (2), Folda (4), Janssens (4), Kruse, Stahlkopf (1), Kahle, Groen (1).

ATSV Habenhausen: Rüther, Repty; Rother, S. Klün (4), Lang, I. Klün (7/5), Köster (2), Kalkowski, Lange, Kumpf (4), Peek.

 

Weser Kurier vom 13.04.2015 von Olaf Kowalzik