Maike Leder macht das Spiel

ATSV Habenhausen gewinnt 30:27

Maike Leder wischte sich die Freudentränen aus den Augen. Beim 30:27 (11:12)-Heimsieg über den Elsflether TB hatte die Rückraumspielerin des ATSV Habenhausen in der Handball-Oberliga das Spiel ihres Lebens gemacht. Mit 13 Toren führte sie ihre Mannschaft zum dritten Saisonsieg (6:2 Punkte). „Ich hatte ja auch keine Wahl, denn wenn ich mich heute nicht getraut hätte, dann hätten wir einpacken können“, sagte sie.

Schon in den ersten Minuten gab Maike Leder Vollgas. Ihr erster Wurf krachte unglücklich an das Torgestänge, dann holte sie einen Siebenmeter heraus. Auch in der Folgezeit war sie im linken Rückraum bestens aufgelegt. Das Fehlen von Christine Köster und Sabine Peek konnte sie so kompensieren. „Ohne die guten Ansagen von Anna-Lisa Behnken von der Mitte und das starke Stellungsspiel am Kreis hätte das aber nicht so reibungslos geklappt“, gab Maike Leder das Lob artig weiter.

Trotzdem klappte es beim ATSV Habenhausen vor der Pause nicht so richtig. Die Abwehr stand zwar über weite Strecken gut und dahinter machte auch Bryana Newbern im Tor eine gute Figur, sodass sich der 3:1-Auftakt wirklich sehen lassen konnte. Danach ließen die Gastgeberinnen jedoch viele Chancen liegen, darunter gleich drei Siebenmeter bis zum Pausenpfiff.

Auch wenn die Niedersachsen die Sonderbewachung ihrer Torjägerin Jennifer Adami sichtbar lähmte, kippte das Spiel allmählich. Beim 4:3 lagen die Bremerinnen das letzte Mal in Führung, über 4:6 gerieten sie bis zum Seitenwechsel mit 11:12 ins Hintertreffen. Mit der Umstellung auf die 6:0-Deckung und der Leistungsexplosion von Maike Leder drehte der ATSV Habenhausen das Spiel jedoch erneut. „Durch die Zweikämpfe in der Abwehr hat sich der Biss offenbar auch auf unser Angriffsspiel übertragen“, freute sich Habenhausens Trainerin Corinna Wannmacher.

Durch die Bank wirkte ihre Mannschaft nun aktiver und auch geschlossener. Die Gastgeberinnen bestimmten klar das Spieltempo. „Wir mussten mit unseren Kräften haushalten“, erklärte Wannmacher, der fünf Minuten vor dem Abpfiff nach der dritten Zeitstrafe von Dörte Kalkowski keine Wechselspielerin mehr zur Verfügung stand. „Wir waren nach der Pause nicht mehr so hektisch“, sagte Wannmacher zufrieden, deren Spielerinnen über 23:18 bis zum 26:22 klar führten (54.). Zwei Minuten vor Schluss traf Elsfleth zum 26:28, mehr ließen die Bremerinnen nicht zu. „Am Ende war es ein verdienter Sieg“, bilanzierte Wannmacher. Am Sonntag treffen die Habenhauserinnen auf den verlustpunktfreien Tabellenzweiten VfL Stade. Der Anpfiff erfolgt um 16 Uhr am Bunnsackerweg.

ATSV Habenhausen: Newbern; Schiege (5), Brandt (2), Rother, Kalkowski (5/3), Behnken (1), Leder (13/1), Kumpf (4)

Von Olaf Kowalzik – Weser-Kurier vom 15.10.15