Drei Schritte auf dem Weg ins Finale

DHB-Amateurpokal: Habenhausen erwartet am Sonnabend die SG Wift Neumünster

Eigentlich will der Drittliga-Absteiger sogar noch mehr, denn da sechs der 22 Landesverbände (Bayern, Pfalz, Rheinhessen, Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern) keinen Amateurpokal-Teilnehmer gemeldet haben, ist der Weg ins Finale am 7. April in die Hamburger Barcleycard Arena recht kurz. „Wir wollen ins Finale, so weit ist es bis dahin ja nicht mehr“, ist der Habenhauser Spielmacher Janik Schluroff für diese Idee zumindest schon einmal Feuer und Flamme. „Dafür haben wir uns ja schließlich auch die ganzen zusätzlichen Wochenenden um die Ohren geschlagen“, führt er weiter aus. Es wäre für die Blau-Weißen ein schöner Ersatztitel für die vermutlich verpasste Meisterschaft, auch wenn niemand aus dem Team offen darüber spricht.

Foto: Olaf Kowalzik

Im Gegensatz zu den Habenhausern ist ihr Gegner aus Neumünster mit einer 27:28-Heimniederlage gegen den Drittletzten VfL Bad Schwartau II denkbar schlecht ins neue Jahr gestartet. Dadurch nehmen die „Bären“, wie sich das Team auch selbst nennt, in der gemeinsamen Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein mit 12:14 Punkten den siebten Tabellenplatz ein. In der vergangenen Saison waren sie Vizemeister, in dieser Serie haben sie mit ihrem deutlich verstärkten 19-köpfigen Kader großes Verletzungspech zu beklagen. Weshalb es auch im Ligabetrieb überhaupt nicht wunschgemäß läuft und allmählich sogar die Abstiegsgefahr droht.

Die SG Wift ist seit 26 Jahren eine Spielgemeinschaft des SV Blau-Weiß Wittorf und der Freien Turnerschaft Neumünster und befindet sich aktuell im 13. Oberliga-Jahr. Das Team zieht aus einer stabilen Abwehr heraus ein gefährliches Tempospiel bis hin zur dritten Welle auf. Bester Werfer ist der Linksaußen und Trainer-Sohn Louis Haß mit 54/6 Toren, gefolgt vom Allrounder Friedtjof Koslowski (51/26) und dem zweikampfstarken Rückraumspieler Fin Lorenzen (37), der erst seit sieben Partien wieder dabei ist. Gemessen an den Einsätzen ist er mit mehr als fünf Toren pro Auftritt sogar der erfolgreichste Werfer der Gäste.

Wift Neumünster nimmt auf den Weg nach Habenhausen nicht nur einige Fans im Reisebus mit, das Team ist in dieser Saison auswärts mit vier Siegen bei nur zwei Niederlagen auch stärker als vor dem eigenen Publikum. Das haben sie mit 4:10 Zählern nun wirklich nicht verwöhnt. Wie die Habenhauser peilen aber auch die Schleswig-Holsteiner das Endspiel vor dem Bundesliga-Final-Four an.

Geschrieben von Olaf Kowalzik, veröffentlicht im Weser Kurier am 24.01.2019