Gut begonnen und doch klar verloren

Oberliga-Handballerinnen des ATSV Habenhausen unterliegen dem TV Dinklage mit 19:38

Bremen.Als Kim-Anna Heidorn kurz vor Ende der Begegnung in der Handball-Oberliga der Frauen zwischen ihrem ATSV Habenhausen und dem TV Dinklage mit Rot das Spielfeld verlassen musste, war der Drops aus Sicht der Gastgeberinnen bereits gelutscht: Mit 19:38 (11:24) musste sich das Team von ATSV-Coach Lars Röwer den spielstarken Gästen deutlich geschlagen geben – und schwebt nach wie vor in akuter Abstiegsgefahr. „Darüber denke ich im Augenblick allerdings nur wenig nach“, versicherte der Trainer, „ich bin immer noch fest davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt doch noch schaffen werden.“

Die Gastgeberinnen um ihre beste Werferin Sabine Peek (sieben Tore/zwei Siebenmeter) kamen gut ins Spiel und führten nach Doppelschlag von Sharon Holtz und Maike Leder (je zwei Tore) schnell mit 2:0. Nach dem Ausgleich der Gäste um Top-Angreiferin Anne Kolbeck (10) gelang dem erfahrenen ATSV-Duo die erneute Zwei-Tore-Führung (5:3/siebte Spielminute), anschließend glichen die Gäste zunächst aus und gingen ihrerseits mit zwei Toren in Führung (8:6/12.). „Der Beginn war gut“, meinte Röwer, „aber mit zunehmender Spieldauer kam es bei uns zu einer regelrechten Fehler-Orgie, von der wir uns bis zum Schluss nicht mehr erholen konnten.“

Foto: Olaf Kowalzik

Nachdem sich die Gäste binnen fünf Minuten schließlich auf sieben Tore absetzen konnten (13:6/16.), verloren die Habenhauserinnen mit zunehmender Spieldauer immer mehr den Faden und patzten sowohl im Angriff als auch in der Abwehr. „Wir haben uns immer wieder gute Möglichkeiten herausgespielt“, betonte Röwer, „diese aber nicht im Tor unterbringen können, weil wir entweder zu überhastet  abschließen wollten oder einfach Wurfpech hatten.“ Letztlich sei es der Verunsicherung seiner Spielerinnen zuzuschreiben, dass das Spiel derart deutlich verloren wurde, so Röwer. „Wir haben in vielen Spielen mithalten können, aber letztlich och verloren, sodass uns das nötige Selbstverständnis einfach abhanden gekommen ist und wir uns dieses nun über hartes und intensives Training wieder zurück holen müssen“, zeigte der Coach den „einzig möglichen Weg“ deutlich auf.

Mit Beginn der zweiten Hälfte machten die Gäste dort weiter, wo sie in Durchgang eins aufgehört hatten – sie erzielten Tor um Tor und bauten den Vorsprung kontinuierlich aus. Spätestens nach einer Zeitstrafe gegen Sabine Peek sowie der komfortablen Gäste-Führung von 15 Toren (26:11/33.) war allerdings auch dem ATSV-Trainer klar, dass dieses Match nicht mehr zu gewinnen sein würde. „Uns fehlte im Angriff das Tempo“, haderte Röwer, „und in der Abwehr fanden wir so gut wie überhaupt keinen Zugriff mehr.“ Dennoch werde niemand in Habenhausen „den Kopf in den Sand stecken“, versicherte der Coach, stattdessen werde er seinen Spielerinnen vor dem kommenden Spiel bei Spitzenreiter SFN Vechta (Sonnabend, 26. Januar, 16.30 Uhr) mit einer Videoanalyse deren Stärken aufzeigen: „Im Hinspiel gegen eines der stärksten Teams der Liga konnten wir trotz der Niederlage gut mithalten“, erläuterte der Trainer, „darauf müssen wir uns nun konzentrieren und uns nicht von unseren Fehlern aus der Ruhe bringen lassen.“ Röwer sei nach wie vor von der Qualität innerhalb des Kaders überzeugt, „jetzt müssen wir die Köpfe frei bekommen und im Training konzentriert die notwendigen Automatismen verinnerlichen, damit wir in den restlichen Spielen die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen.“

ATSV Habenhausen: Bohlen, Zumpe; L. Burwinkel, Lange, Holtz (2), True (1), Köster, Merker (1), Lange, Beisch (2), Peek (7/2), Wefer (2), Heidorn (2), Leder (2).

Geschrieben von Christian Markwort, veröffentlicht im Weser Kurier am 17.01.2019