Habenhauser Frischzellenkur

Amateurpokal: Handballer ziehen nach 33:23 über SG Wift ins Viertelfinale ein.
Bremen. Die Oberliga-Handballer des ATSV Habenhausen sind dem Traum Barclaycard Arena in Hamburg einen Schritt näher gekommen. Sie setzten sich im Achtelfinale des DHB-Amateurpokals zu Hause mit 33:23 (18:12) gegen die SG Wift Neumünster durch. Damit geht es für den Drittliga-Absteiger am 17. Februar um 17 Uhr im Viertelfinale beim Tabellenzweiten der Oberliga Westfalen, TSG A-H Bielefeld (24:6 Punkte), weiter. Der hatte das Viertelfinalticket mit einem 31:19 (15:10)-Heimsieg über den FC St. Pauli gelöst.
Der Wettbewerb aller deutschen Landespokalsieger ist für den ATSV Habenhausen offenbar so etwas wie eine Frischzellenkur. Denn nachdem für ihn das Titelrennen fast schon gelaufen ist, brennen seine Spieler im Amateurpokal umso mehr auf ihren Einsatz. „Der neue Gegner und die neuen Gesichter haben bei allen für einen neuen Anreiz gesorgt. Jeder Spieler hat richtig Gas gegeben, das hat viel Spaß gemacht“, resümierte der Habenhauser Trainer Matthias Ruckh rundum zufrieden.
Die „Bären“, wie sich die Spielgemeinschaft aus FT Neumünster und Blau-Weiß Wittorf auch nennt, hatten nach 32 Jahren auf eine späte Revanche gehofft. Schließlich unterlag Wittorf dem ATSV 1987 in der Regionalliga-Aufstiegsrunde in der damaligen Tennishalle an der Steinsetzerstraße mit 18:23. An der späten Anwurfzeit, normalerweise dürfen die Pokalspiele nur bis 20 Uhr angesetzt werden, störten sich die Gäste übrigens nicht. „Die 45 Minuten machen den Kohl auch nicht mehr fett“, winkte der Wifter Liga-Obmann Matthias Lucht ab.
Vier-Punkte-Plan geht auf
Matthias Ruckh hatte mit seinem Team im Vorfeld einen Vier-Punkte-Plan ausgearbeitet und diesen gegen Wift Neumünster Stück für Stück erfolgreich abgearbeitet. Angefangen von der äußerst stabilen 6:0-Deckung über eine starke erste und zweite Welle bis hin zum flotten Rückzugsverhalten wurde die Auswärtsstärke von Neumünster pulverisiert.
Schon der Auftakt des Gastgebers verlief gegen den schleswig-holsteinischen Oberliga-Siebten ganz nach dem Geschmack der etwa 100 Zuschauer. Es war eine Art Blitz-K.o., für das die Blau-Weißen mit dem 6:0-Auftakt sorgten, beim 11:4 hingen die Gäste noch mehr in den Seilen. Bis dahin biss sich Neumünster gegen den ATSV-Innenblock, gut organisiert von Fabian Rojahn und Björn Wähmann, die Zähne aus.
Für den Rest sorgte der starke Daniel Sommerfeld im Tor, der den Gästen die verbliebenen Torchancen über die Außenpositionen abknöpfte. „Damit haben wir Wift den Schneid abgekauft“, lobte  Ruckh, der eine deutliche Steigerung gegenüber dem Oberliga-Jahresauftakt gegen Barnstorf/Diepholz sah. Im Angriff knüpften wiederum Tim Steghofer und Lukas Feller an die guten Leistungen aus der Vorwoche an, Hauke Marien überzeugte mit seinen Konterqualitäten.
Als der ATSV-Trainer die Spielanteile in seinem Team munter verteilte, kam ein leichter Bruch ins Bremer Spiel. Der Gäste-Angreifer Fridtjof Koslowski erlebte das nicht mehr auf dem Feld mit: Er sah die direkte Rote Karte, als er beim 8:15-Rückstand den ebenfalls guten ATSV-Torwart Olaf Abshagen beim Siebenmeter direkt im Gesicht traf (25.). Näher als fünf Tore ließen die Bremer ihren Gegner nicht mehr heran (22:17/25:20).

ATSV Habenhausen: Sommerfeld, Abshagen; Fischer (3), B. Wähmann (2/1), Monroy, Meier (2), Schluroff (4), M. Wähmann (5/3), Stüven, Rojahn, Schäfer (1), Marien (5), Feller (4), Steghofer (7).

Bericht aus dem Weser Kurier vom 28.02.2019, geschrieben von Olaf Kowalzik.