Habenhausen rauscht ins Halbfinale

Oberliga – Handballer feiern 36:31 Pokalerfolg bei der TSG A-H Bielefeld

Bremen. Der nächste bitte! Die Oberliga-Handballer des ATSV Habenhausen haben im DHB-Amateurpokal auch die TSG A-H Bielefeld mit 36:31 (18:16) aus dem Wettbewerb geworfen. Damit sind sie im Halbfinale am 2. März um 20 Uhr beim thüringischen Oberligisten HSV Apolda nur noch einen Sieg vom großen Endspiel in der Hamburger Barclaycard Arena entfernt. Vorher muss aber, quasi zur Einstimmung, noch das Oberliga-Derby gegen den HC Bremen gespielt werden. Das findet am Sonntag um 17 Uhr am Bunnsackerweg statt.

 Im Hinspiel hatten die Habenhauser mit 32:22 triumphiert, aber da hatte der HC auch noch auf seinen verletzten Spielertrainer Marten Franke verzichten müssen.Nach dem Abpfiff vor 220 Zuschauern in der Bielefelder Seidensticker-Halle ließen die Blau-Weißen ihrer Freude freien Lauf. Sie drapierten sich auf und rund um die beiden Polstersessel, die während des Spiels für VIP-Gäste des TSG-Sponsors bereit standen, und jubelten, was das Zeug hielt. „Das war nach der Vorgeschichte einfach nur logisch, dass wir unser Sieger Selfie genau da machen mussten“, schmunzelte der rundum zufriedene ATSV-Trainer Matthias Ruckh. Schließlich hatten sich Lukas Feller und Mirco Wähmann weit vor dem Spiel vom bequemen Komfort der Sitzgelegenheiten überzeugt, bis sie ein Hallenordner darauf hinwies, dass bislang immer noch alle Teams verloren hätten, die dieses ebenfalls im Vorfeld ausprobiert hatten. Irgendwann reißt eben jede Serie einmal.

Präzise Detailanalyse
Der Erfolg der Südbremer basierte auf einer exakten Auswertung des Gegners. Vorher hatte Matthias Ruckh in mühevoller Arbeit drei Spiele des Gastgebers bis ins Detail analysiert, um seine Mannschaft darauf vorzubereiten, was sie im Viertelfinale des deutschen

Foto: Olaf Kowalzik

Amateurpokals erwartet. „Dafür hatte ich mir extra die Spiele gegen die richtig starken Gegner rausgesucht“, verriet er und zeigte im Bus extra noch Bielefelds 29:27-Heimsieg zwei Tage zuvor über Mennighüffen. Damit war seine Mannschaft auch gleich auf den beeindruckenden Budenzauber des westfälischen Oberliga-Zweiten gerüstet, der für seine Partien extra in der Halle den aus der Champions League bekannten Hallenboden auslegen lässt. Begleitet von Feuerfontänen laufen die Spieler von Altenhagen-Heepen, das sich hinter der Abkürzung A-H verbirgt, zum Spiel ein. Dabei flimmert von dem jeweiligen Spieler das Porträtbild über die um das Spielfeld verteilten LED-Werbebanden. Davon können die mit einem deutlich geringeren Etat ausgestatteten Bremer nur träumen.
Beeinflusst hat sie das nicht, denn sie waren dank des intensiven Videostudiums ja auch auf die drei Zwei-Meter-Rückraum-Schränke der TSG eingestellt, die selbst die Habenhauser Kraftpakete Mirco und Björn Wähmann in den Schatten stellten. „Deshalb wollten wir sie mit einer beweglichen Abwehr immer wieder aufreiben und mit Power nach vorne ständig unter Druck setzen“, erklärte Ruckh. Dann, so lautete zumindest das Konzept des Habenhauser Trainers, würde es sich irgendwann als Vorteil erweisen, dass seine Mannschaft eben noch kein vorheriges Punktspiel in den Knochen stecken hatte. Und es ging tatsächlich auf.Anfangs probierten die Blau-Weißen ihr Glück mit einer offensiven Deckung, nach dem 7:9-Rückstand schritten sie zur defensiven 6:0-Formation zurück und zogen nach dem 8:9-Rückstand über die erstmalige Führung (10:9) auf 16:12 davon. Hier waren es immer wieder die fiesen kleinen Nadelstiche über die erste und zweite Welle, oder auch die so genannte „schnelle Mitte“, mit denen die Habenhauser den Gastgeber richtig piesackten. Dabei zeigten den Westfalen vor allem die vier Habenhauser Außen, Tim Steghofer, Felix Meier, Lukas Ole Müller und Hauke Marien, die Schuhsohlen ihrer Sportschuhe.
Im Tor steigerte sich Daniel Sommerfeld immer mehr, während Mirco Wähmann im gebundenen Spiel im Rückraum eine starke Leistung zeigte. Die Schwachstelle aus der Aurich-Partie, das Überzahlspiel, hatte der ATSV Habenhausen wiederum unter der Woche mit dem speziellen Einsatz von Lukas Feller auf halblinks trainiert, was sofort voll einschlug. „Wir haben unsere drei Überzahlen 2:0 und jeweils 1:0 gewonnen“, resümierte Matthias Ruckh hochzufrieden. Seine Mannschaft erarbeitete sich nach dem Seitenwechsel eine komfortable 29:22-Führung (47.) und verspielten sie nach dem 31:24 ein wenig, als die Bielefelder über die 4:2 und 3:3-Formation immer offensiver deckten (29:33/53.). Über 36:29 rannten die Blau-Weißen schließlich dem westfälischen Oberliga-Zweiten endgültig auf und davon. Habenhausens nächster Gegner, HSV Apolda (Zehnter Oberliga Mitteldeutscher HV) aus dem Weimarer Land, zog mit einem 25:20-Erfolg über die SG OSC Schöneberg-Friedenau ins Halbfinale ein.

ATSV Habenhausen: Sommerfeld, Wessels; Fischer (2), B. Wähmann (5/2), Meier (5), Schluroff (3), M. Wähmann (9), Stüven (1), Rojahn (1), Schäfer (1), Marien (2), Müller (1), Feller (1), Steghofer (5).

Geschrieben von Olaf Kowalzik und veröffentlicht am 21.02.2019 im Weser Kurier.