Abshagen-Gala zum Abschied

29:15-Heimsieg über Rotenburg – Habenhauser Torwart geht zurück nach Stralsund

Olaf Abshagen zieht es zurück nach Stralsund. Im jüngsten Habenhauser Spiel lieferte er eine starke Leistung ab.

OLAF ABSHAGEN ZIEHT ES ZURÜCK NACH STRALSUND. IM JÜNGSTEN HABENHAUSER SPIEL LIEFERTE ER EINE STARKE LEISTUNG AB.

Viele seiner ehemaligen Weggefährten hatten es sich nicht nehmen lassen, sich von ihm nach dem Abpfiff persönlich zu verabschieden. Der Verein spendierte ihm dazu als Dankeschön eine große Collage aus seiner aktiven Zeit beim Bremer Traditionsverein, seine Mitspieler übergaben dem 35-Jährigen wiederum ein schwarzes Dress, auf dem sein Name und seine Nummer 12 in goldenen Lettern aufgedruckt war. Begleitet von einem Bilderrahmen, bespickt mit den einzelnen Wünschen der künftigen Ex-Weggefährten für Abshagens Zukunft. Den erst gegen Ende des vergangenen Jahres gewonnenen Verbandspokal gab es für ihn zum Mitnehmen noch obendrauf – als Erinnerung für eine furiose Zeit, die im Anschluss im deutschen Amateurpokal folgte. Und den er zusammen mit dem ATSV Habenhausen bei seinem unwiderruflich letzten Einsatz für den Klub am 7. April um 11.45 Uhr in der Hamburger Barclaycard Arena gegen BTB Aachen 1908 auch noch holen will.

Sein Einsatz im Oberliga-Heimspiel gegen den TuS Rotenburg hatte dagegen nichts mit einer Hommage an den Keeper zu tun. „Olaf hatte sich die Aufstellung mit einer guten Leistung in der Vorwoche und im Training verdient“, sagte der ATSV-Trainer Matthias Ruckh. Und der hatte mit seiner Entscheidung ein goldenes Händchen, denn der Scheidende glänzte zum Schluss mit 18 starken Paraden, darunter ein Siebenmeter, bei nur 15 Gegentoren. „Er hat uns das Vertrauen famos zurückgezahlt“, urteilte der Habenhauser Trainer rundum zufrieden.

Revanche für Hinspielniederlage

Für den Rest sorgte eine bis in die Haarspitzen motivierte Heimmannschaft, der die 19:24-Hinspielniederlage derart schwer im Magen lag, als sei sie gerade erst einen Tag vorher passiert. So sehr hatte die Südbremer das Spiel ohne „Backe“ gewurmt, mit dem sich ihre Meisterschaftsambitionen quasi vorzeitig pulverisierten. Daher hatten die Spieler die Zügel bereits im Training unter der Woche deutlich angezogen.

Daher waren es diesmal die Wümmestädter, denen der Auftritt in der Hansestadt unheimlich wehtat. Sie liefen schon nach 17 Spielminuten einem deklassierenden 1:10-Rückstand hinterher, weil die Blau-Weißen kompromisslos verteidigten. „Meine Spieler wollten das Kräfteverhältnis unbedingt wieder zurechtrücken“, sagte Matthias Ruckh. Daher machte es sich bei seiner Mannschaft nicht einmal annähernd negativ bemerkbar, dass ihr mit Fabian Rojahn das Herzstück der Abwehr gefehlt hatte. Der war aus Krankheitsgründen sicherheitshalber geschont worden. Dafür sprangen im Innenblock die Wähmann-Brüder Björn und Mirco sowie auf den Halbpositionen Marcel Fischer und Lukas Feller ausgezeichnet in die Bresche.

Im Angriff vertrat Janik Schluroff erneut die beiden fehlenden Stamm-Linksaußen Tim Steghofer (verletzt) und Lukas Ole Müller (beruflich verhindert) und traf von dort fünfmal. Auf der rechten Seite pfefferte wiederum der 27-jährige Linkshänder Hauke Marien dem TuS-Keeper zweimal die Bälle fast aus dem gefühlten Nullwinkel um die Ohren, wie es eben nur der 1,94 Meter große Flügelstürmer kann.

Nach dem 16:7-Halbzeitstand gönnte Ruckh zu guter Letzt dem Spanier Victor Monroy 30 komplette Spielminuten auf der Angriffsmitte, unter dessen Regie die Hausherren weiter zielstrebig angriffen. Auch Yannick Schäfer durfte wieder für längere Zeit ran. „Es ist doch gut zu sehen, welche Facetten meine Mannschaft noch so alle hat“, resümierte der ATSV-Trainer mit einem glückseligen Lächeln.

Am Wochenende steht den „Habenhauser Jungs“ ein harter Doppelspieltag bevor: Zunächst müssen sie am morgigen Freitag um 20.30 Uhr im schweren Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn TV Cloppenburg ran. Keine 41 Stunden später empfangen sie am Sonntag zur ungewohnten Zeit um 14.45 Uhr am Bunnsackerweg das abgeschlagene Schlusslicht TSV Bremervörde.

ATSV Habenhausen: Sommerfeld, Abshagen; Fischer (1), B. Wähmann (1), Monroy (3/2), Meier (3), Schluroff (5), M. Wähmann (7/3), Schäfer (1), Marien (4), Feller (4), Steghofer (n.e.).

Geschrieben von Olaf Kowalzik,. veröffentlicht im Weser Kurier am 21.03.2019