Habenhausen behält Vizetitel im Blick

Oberliga-Handballer lassen 33:28 über Cloppenburg ein souveränes 37:15 gegen Bremervörde folgen
Bremen. Die Oberliga-Handballer des ATSV Habenhausen sind der Vizemeisterschaft einen wichtigen Schritt näher gekommen: Sie setzen sich erst im schweren Auswärtsspiel mit 33:28 (15:11) beim heimstarken Tabellenvierten TV Cloppenburg durch, keine 41 Stunden später entledigen sie sich zu Hause auch der Pflichtaufgabe gegen den TSV Bremervörde mit 37:15 (16:6). Der Auftritt in Cloppenburg kochten die Emotionen aufseiten des Gastgebers hoch. Die Niedersachsen hatten verletzungsbedingt um eine Spielverlegung gebeten, die der ATSV jedoch ablehnte. „Die Cloppenburger Vorschläge kollidierten mit den Schichtdiensten meiner Feuerwehrleute. Selbst für das nachzuholende Spiel gegen Hatten-Sandkrug suchen wir aufgrund unserer ganzen Spielausfälle wegen des Amateurpokals noch nach einem passenden Termin“, erklärte der ATSV-Coach Matthias Ruckh. Die Niedersachsen mussten dadurch ohne ihren Kapitän Tobias Freese, Edwin de Raad und Mark Schulat antreten, beim ATSV fehlten Marcel Fischer und Tim Steghofer.
Mit dem Auftritt seines Teams war Ruckh zufrieden. „Gefühlt habe ich beim TVC noch nie gewonnen, wenn dort die Partie eng war“, lobte er die Nervenstärke seiner Spieler. Die lieferten sich mit den Hausherren ein ebenso rassiges wie temporeiches Verfolgerduell, das nach dem 8:7 von Janik Schluroff für den nächsten Aufreger sorgte. Denn die Unparteiischen werteten einen Schlag des Cloppenburgers Niels Uwe Hansen ins Gesicht des Habenhausers Mirco Wähmann als absichtlich und schickten ihn deshalb per roter Karte auf die Tribüne. Wähmann wurde danach von den 700 Zuschauern gnadenlos ausgepfiffen.
Der ATSV Habenhausen setzte sich trotzdem über 12:7 auf 14:8 ab, bevor ihn die TVC-Abwehr gegen die beiden Halbangreifer Lukas Feller und Mirco Wähmann aus dem Tritt brachte. Cloppenburg wendete dadurch das Blatt zum 24:23-Vorsprung und drohte beim 25:26-Rückstand erneut, die Oberhand zu gewinnen, da der ATSV-Keeper Daniel Sommerfeld wegen Meckerns für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Der in den ATSV-Kasten gekommene Torwart Jannik Wessels knöpfte den Niedersachsen jedoch sofort eine große Chance ab, im Gegenzug legte Hauke Marien in Unterzahl das wichtige 27:25 nach (50). Über 30:26 verschafften sich die Südbremer schließlich die alles entscheidende Atemluft. Bei Habenhausen traf der Rechtsaußen Hauke Marien bei neun Versuchen starke sieben Mal, der Kapitän Björn Wähmann spielte 60 Minuten auf hohem Niveau durch und traf sechs Mal.
Gegen das Schlusslicht aus Bremervörde räumte Matthias Ruckh seiner Stammgarde viele Pausenzeiten ein. Die Südbremer führten dennoch zur Pause mit zehn Toren. Bis dahin gefiel vor allem die ausprobierte 3:2:1-Deckung mit Fabian Rojahn an der Spitze und Yannick Schäfer im Zentrum. In der zweiten Hälfte durfte für knapp eine Viertelstunde die Stammformation ran, die das zur 27:7-Führung nutzte. Am Sonnabend um 19.30 Uhr beim Fünften aus Fredenbeck wartet nun ein ganz anderes Kaliber.

ATSV Habenhausen: Sommerfeld, Wessels, Wilshusen; Ruthke (2), B. Wähmann (11/1), Monroy (4/1), Meier (4), Schluroff (8), M. Wähmann (10), Stüven (2), Rojahn (1), Schäfer (3), Marien (11), Feller (13), Steghofer.

Geschrieben von Olaf Kowalzik und veröffentlicht am 25.03.2019 im Weser Kurier