Habenhausen steht im Finale

Deutscher Amateur- Pokal: Handballer besiegen Apolda mit 23:21
Bremen. Die Oberliga-Handballer des ATSV Habenhausen haben sich ihren Traum erfüllt: Sie ziehen mit dem 23:21 (14:11)-Auswärtssieg gegen den thüringischen Oberligisten HSV Apolda ins Finale des deutschen Amateurpokals ein. Gegner ist am 7. April in der Hamburger Barcleycard Arena der Nordrhein-Regionalligist BTB Aachen,der im zweiten Halbfinale die MSG HF Illtal aus dem Saarland mit einem 29:19-Heimsieg aus dem Wettbewerb kegelte. Die beiden Pokalfinalisten haben sich damit zugleich für die erste Runde des DHB-Pokals qualifiziert, in der ihnen ein Vierer-Turnier mit einem Bundesligalos garantiert ist.Die Karnevalshochburg lag diesmal zweifellos in Apolda und verlagerte sich Kilometer für Kilometer nach Habenhausen. Für die gute Laune hatten die Südbremer selbst gesorgt, die sich nach dem Abpfiff freudestrahlend in den Armen lagen. Die Spieler tanzten in einer Traube auf dem Feld, während an der Seitenlinie Chefcoach Matthias Ruck zusammen mit seinem Co-Trainer Rainer Lange und der Physiotherapeutin Jessica Buchholz feierte.Mirco Wähmann hatte sein Team 45 Sekunden vor Schluss trotz Unterzahl in den siebten Himmel befördert. Bis dahin hatte er zwar nicht zu seiner gewohnten Form gefunden, aber in diesem wichtigen Moment war der Blondschopf präsent. Und als sein knallharter Wurf wie an einer Schnur gezogen von halblinks im rechten oberen Toreck des Gegners zum 23:21-Endstand einschlug, hatte er Apolda den Knockout verpasst.

Foto: Nils Conrad

Fokussiert und willensstark
Die Thüringer spielten anschließend noch einmal schnell ihren Rechtsaußen frei, dem jedoch der stark reagierende ATSV-Torwart Olaf Abshagen mit einer Glanzparade endgültig den Stecker zog. Die verbleibende Spielzeit hielt der ATSV Habenhausen den Ball seelenruhig bis zum Abpfiff in seinen Reihen und verzichtete dabei in der letzten Spielsekunde auch noch auf seine Freiwurfchance.
Den unbedingten Wille, den Weg nach Hamburg zu schaffen, merkte man den Gästen schon beim Aufwärmen an. „Ich habe meine Mannschaft lange nicht mehr so fokussiert gesehen“, sagte Matthias Ruckh. „Meine Spieler waren gierig auf das Finale, Feuer und Flamme für dieses Spiel“, lobte er. Und es war für ihn sehr vorteilhaft, dass ihm sein in Stralsund geborener Keeper Olaf Abshagen über gute Kontakte in die Region noch einige Videos über den Gegner organisieren konnte.
Mit ihrer gewohnt starken Verteidigung hielten die Bremer den Gastgeber gut in Schach, dahinter glänzte wieder einmal ATSV-Torwart Daniel Sommerfeld mit einer starken Quote von 39 Prozent gehaltener Bälle in den ersten 30 Spielminuten. Im Angriff setzten die Gäste den Thüringern vor allem mit einer konsequent vorgetragenen zweiten Welle gehörig zu, sodass sie sich nach dem 8:8 über 11:8 auf 13:9 absetzen konnten. Mit dem 14:11-Pausenstand verpassten sie auch dem frenetisch anfeuernden HSV-Publikum einen ersten kräftigen Dämpfer.
Entschieden war das Halbfinale aber noch längst nicht. Dafür sorgte bei Apolda nicht zuletzt der 39-jährige Schlussmann Igor Toskoski, der beim Gastgeber gerade erst einen neuen Zweijahresvertrag unterschrieben hat. Der Torwart aus Mazedonier knöpfte den Blau-Weißen mit seinen starken Paraden einige Bälle ab, die äußerst robuste Abwehrarbeit der Heimmannschaft trug ein Übriges zum weiter spannenden Spielverlauf bei. „Da unten geht es deutlich härter zu als bei uns“, meinte der ATSV-Trainer, der dem Gegner aber keinesfalls eine unfaire Spielart attestieren wollte. Seine Mannschaft verpasste beim 17:13-Vorsprung dreimal völlig freistehend die Vorentscheidung (45.), im Gegenzug nahm aber auch der mittlerweile zwischen die Habenhauser Pfosten eingewechselte Olaf Absagen den Thüringern bis zum Schluss vier ganz wichtige Hundertprozentige ab.

ATSV Habenhausen: Sommerfeld, Abshagen; Fischer (1), B. Wähmann (3/1), Meier (2), M. Wähmann (3), Stüven, Rojahn, Schäfer (1), Marien (1), Müller (5), Feller (4), Steghofer (3/2), Schluroff.

Geschrieben von Olaf Kowalzik und veröffentlicht am 04.03.2019 im Weser Kurier