Am Ziel einer langen Reise

Habenhausens Handballer bestreiten beim Final Four in Hamburg das Endspiel im Amateurpokal

Seit der Saison 2014/15, also jetzt im fünften Jahr, wird dieser Pokalwettbewerb für Amateurmannschaften ausgespielt. Mit Klubs, die maximal in der vierthöchsten Liga starten und sich als Verbandspokalgewinner für die bundesweite K.-o.-Phase qualifiziert haben. Das Endspiel findet immer in der Barclaycard Arena statt, immer am Finaltag im Vorfeld des DHB-Endspiels, das an diesem Sonntag um 15.10 Uhr angepfiffen wird. Und diesmal bestreitet tatsächlich der ATSV Habenhausen, der Oberligist aus Bremen, dieses Vorspiel. Vor großer Kulisse. Und natürlich mit einer großen Vorfreude. „Für mich persönlich ist es das Größte, was ich in meiner bisherigen Handballkarriere erlebt habe“, sagt etwa ATSV-Kapitän Björn Wähmann.

Als Finalist sind sie bereits für die erste Runde im DHB-Pokal qualifiziert, doch jetzt wollen Matthias Ruckh (Mitte) und die Habenhauser Handballer auch den Amateurpokal gewinnen. Foto: Olaf Kowalzik

Für die Mannschaft von Trainer Matthias Ruckh ist Hamburg die Erfüllung eines Traums – und Endstation einer langen Reise. Begonnen hat diese Reise im September vergangenen Jahres mit dem Erstrundenturnier auf Verbandsebene in Lesum. Es folgten zwei weitere Turnierrunden, ehe Habenhausen das Final Four erreicht hatte. Als Gastgeber setzte sich der ATSV da im Dezember im Endspiel gegen Oberligaprimus Aurich durch – und löste damit das Ticket für den Amateurpokal. Im Achtelfinale gab es dort einen 33:23-Heimerfolg gegen SG Wift Neumünster, den Verbandspokalsieger aus Schleswig-Holstein. Im Viertelfinale setzten sich die Bremer bei der TSG Bielefeld mit 36:31 durch und triumphierten auch im Halbfinale beim HSV Apolda in Thüringen mit 23:21.

Nun also geht es nach Hamburg. Mit besagtem Ablaufplan im Gepäck, um dessen Einhaltung sich Betreuer Axel Siemer kümmern wird. Der 22-köpfige Habenhauser Tross macht sich bereits am Sonnabend zeitig mit dem Bus auf den Weg. Im Gefolge etwa 80 Fans, die ihr Team vor Ort unterstützen werden und sich dafür eigens Tickets für das Final-Four-Wochenende gesichert haben. In den Halbfinals am Nachmittag zwischen Hannover-Burgdorf und dem SC Magdeburg (Beginn 15.50 Uhr) sowie dem THW Kiel und den Füchsen aus Berlin (18.30 Uhr) wird die Mannschaft hochklassigen Handball zu sehen bekommen, bevor es dann nach einem gemeinsamen Abendessen und der Hotelübernachtung ernst wird am Sonntag.

„Wir haben riesen Bock darauf“, sagt ATSV-Trainer Matthias Ruckh. Für ihn, für die Spieler, für den gesamten Verein ist dieses Amateurpokal-Finale ein echtes Highlight. Ruckh hat im Umfeld eine große Euphorie ausgemacht, „alle Spieler sind heiß, alle sehnen diesen Tag herbei“. Noch dazu sind alle Spieler fit, sodass der Coach bei seinem 17 Mann starken Kader aus dem Vollen schöpfen kann. Überdies ist der Oberligazweite auch keineswegs chancenlos gegen den Burscheider Turnerbund aus Aachen. Der BTB spielt in der Regionalliga-Nordrhein, wie die vierthöchste Spielklasse in der Region heißt, und belegt dort als Aufsteiger einen guten Mittelfeldplatz.

Geschrieben von Frank Büter, veröffentlicht im Weser Kurier am 05.04.2019