Drei Punkte im Nachholspiel-Marathon

Habenhausen will gegen Achim/Baden den Oberliga-Vizetitel perfekt machen – mit Freibier für den Pokalsieg

Der Habenhauser Männer-Coach Matthias Ruckh nimmt unterdessen gegen die SG Achim/Baden nur ein Ziel ins Visier: „Ich will die Vizemeisterschaft endgültig einfahren“, betont er vor dem vierten Spiel innerhalb von 14 Tagen. Dazu würde dem ATSV Habenhausen schon ein Punkt genügen. Die Spuren des Nachholspiel-Marathons nagten vor allem im Gastspiel in Edewecht an den dezimierten Südbremern. „Edewecht hat ums Überleben gekämpft, meinem Team fehlten dagegen die letzten Körner, die man gegen so einen Gegner halt braucht“, resümierte Habenhausens Trainer Matthias Ruckh die Punkteteilung gegen die Ammerländer.

Habenhausens Rechtsaußen Felix Meier befindet sich seit längerem im  Aufwind und traf in beiden Spielen je fünfmal ins Schwarze. Foto:  Kowalzik

Habenhausens Rechtsaußen Felix Meier befindet sich seit längerem im  Aufwind und traf in beiden Spielen je fünfmal ins Schwarze. Foto: Kowalzik

Er zog den Hut vor allem vor Björn und Mirco Wähmann sowie Lukas Feller und Fabian Rojahn, die seit Wochen quasi durchspielen und dabei körperlich jedes Mal ans Limit gehen. Der kurzfristig reaktivierte Pascal Fischer wurde in Edewecht noch nicht gebracht, auch der Co-Trainer Axel „Akki“ Siemer, der sich nur für den absoluten Notfall ein Trikot übergezogen hatte, griff nicht ins Spielgeschehen ein. Die „Habenhauser Jungs“ holten einen 12:15-Halbzeitrückstand auf und lagen beim 22:21 von Janik Schluroff sogar einmal im zweiten Durchgang vorne (53.). 75 Sekunden vor Schluss stellte Lukas Feller mit seinem Treffer zum 23:23 das Endergebnis her. „Unsere 22 Fehlwürfe waren am Ende zu viel“, meinte Ruckh. „Letztendlich sind wir mit dem Unentschieden aber gut bedient.“

Im Heimspiel gegen die TSG Hatten-Sandkrug knüpften die Südbremer zunächst nahtlos an die Edewecht-Leistung an. „Wir haben den Schalter nicht über die 70 Prozentmarke bekommen“, erklärte Matthias Ruckh. Dadurch ließen seine Männer bei der Spielin­tensität, der Zweikampfstärke und der Schnelligkeit zunächst viele Wünsche offen, sodass die Seiten bei einem knappen 11:10 Vorsprung zugunsten der Blau-Weißen gewechselt ­wurden.

Im zweiten Spielabschnitt drehte der Oberliga-Zweite gewaltig auf und ließ dem Aufsteiger nicht den Hauch einer Chance. Das lag unter anderem daran, dass der ATSV-Torwart Daniel Sommerfeld seine Abwehr mit starken Paraden antrieb. Fabian Rojahn blockte wiederum nicht einen Wurf des TSG-Rückraumschützen Mirko Menkens, er fing ihn gleich komplett mit beiden Händen. Luc Schluroff zeichnete sich wiederum mit fünf Toren bei nur fünf Versuchen aus, nachdem seine Ausbeute in Edewecht beileibe nicht erwähnenswerten war. In der Abwehr auf der Halbposition und im Angriff am Kreis machte Pascal „Karlo“ Fischer eine ausgezeichnete Figur und belohnte sich dafür mit drei Toren. Und das nach einer rund sechsmonatigen Spielpause. „Da sieht man, was der Wille und der Einsatz allein schon ausmachen“, lobte der Habenhausen Coach den kurzfristig Reaktivierten. Der Rechtsaußen Felix Meier befindet sich zu guter Letzt seit längerem im starken Aufwind und traf in beiden Spielen je fünfmal ins Schwarze. „Felix hat körperlich viel für sich getan und ist deutlich zielstrebiger geworden“, lobte Matthias Ruckh den Linkshänder.

Der Gastgeber ließ dem Neuntplatzierten aus Hatten-Sandkrug schon unmittelbar nach dem Wiederanpfiff keine Chance und setzte sich innerhalb von sieben Minuten durch die Treffer von Mirco Wähmann, Lukas Feller (2), Luc Schluroff und Felix Meier auf 16:11 ab. Richtig dick kam es für die Niedersachsen in den finalen 13 Minuten, als der ATSV Habenhausen die Schotten beim 23:16-Vorsprung hinten fast komplett schloss und nur noch drei Gegentore zuließ. Im Angriff hob der DHB-Amateurpokal-Gewinner die Gäste mit zehn weiteren Toren komplett aus den Angeln.

ATSV Habenhausen: Bassam, Wilshusen; Ruthke, Siemer, P. Fischer (3), M. Fischer, B. Wähmann (5/2), Meier (10), J. Schluroff (4), M. Wähmann (8/3), Stüven (1), Rojahn (1), L. Schluroff (7), Feller (12), Steghofer (5).

Geschrieben von Olaf Kowalzik, veröffentlicht im Weser Kurier am 25.04.2019