Handball Pokalfinale in Hamburg

– Ein langer Weg bis zum Ziel –

Wer beim REWE FINAL FOUR in Hamburg nur an die ganz großen Namen aus der Handball Bundesliga denkt, wie in diesem Jahr der THW Kiel, die Füchse Berlin, der SC Magdeburg und die TSV Hannover-Burgdorf, liegt nur zum Teil richtig. Seit 5 Jahren wird direkt vor dem großen Final Four auch das DHB-Amateurpokalfinale ausgetragen. In diesem Jahr mit unserem ATSV Habenhausen.

Foto: Alexander Svoboda

Wer es hier her geschafft hat, der hat einen langen Weg hinter sich!

Neben dem bereits vollgepackten Liga Spielplan heißt es an den freien Wochenenden die Pokalspiele zu bestreiten. Begonnen hat es am 20.08.18 auf Verbandsebene mit einem 4er Turnier gegen die TSG Hatten-Sandkrug, den TV Oyten und die HSG Lesum/St.Magnus, die allesamt deutlich geschlagen werden konnten. In der nächsten Runde hieß der Gegner HSG Schwanewede/Neuenkirchen, der Liga Primus der Verbandsliga Nordsee und mittlerweile feststehende Aufsteiger in die Oberliga Nordsee konnte problemlos mit 36:25 im Oktober ‘18 besiegt werden.Nun stand das kleine Final Four auf Ebene des Niedersächsischen und Bremer Handballverbandes  an, Ausrichter und damit Heimrecht hatten ‘die Habenhauser Jungs’. Die Gegner die wir am 22.12.2018 direkt vor Weihnachten erwarteten, waren nun alles andere als Leichtgewichte.  Mit dem OHV Aurich (1.Platz Oberliga Nordsee) kam unser Liga-Konkurrent und voraussichtlicher Aufsteiger in die 3.Liga, die SG Helmstedt-Büddenstedt (6.Platz Oberliga Niedersachen) und die Sportfreunde Söhre (3. Platz Oberliga Niedersachen), zwei sehr starke Teams  u.a. mit Spielertrainer Sven Lakenmacher bei den Sportfreunden Söhre, in die Hinni-Schwenker-Halle. Nach einem drei Tore Sieg gegen Helmstedt, trafen wir im Finale auf den OHV Aurich, der nach einem engen und umkämpften Spiel mit 20:17 besiegt werden konnte und damit der erste Titel – HVN/BHV Pokal  – gefeiert werden konnte.

Nach diesem Titel auf Verbandsebene, war die Qualifikation für den DHB Amateurpokal geschafft. Nun kamen die Gegner  aus dem gesamten Nord-/Mitteldeutschen-Raum. Achtel-, Viertel-, Halbfinale waren die nächsten Stationen die wir auf dem Weg zum großen Ziel, REWE FINAL FOUR in Hamburg, zu überstehen galt.

Im Achtelfinale vor heimischer Kulisse konnte gegen die SG WIFT Neumünster, mit einem 30:23 der Einzug ins Viertelfinale perfekt gemacht werden. In der nächsten Runde mussten die Habenhauser Jungs Auswärts bei der TSG A-H Bielefeld im Viertelfinale antreten. Die TSG begrüßt zu Ihren Heimspielen bis zu 1.000 Zuschauer und mit ein ca. Etat von 300.000 Euro zu den Top-Favoriten auf den Aufstieg in die 3.Liga aus der Oberliga Westfalen. Unbeeindruckt von der Kulisse in der Seidensticker Halle wurde nach einer 18:16 Halbzeitführung weiter der Vorsprung ausgebaut, so dass es am Ende 36:31 für Habenhausen stand.

Wieder eine Runde weiter! Kapitän in Zwickmühle

Für den Kapitän Björn Wähmann gab es nach diesem Erfolg und der damit verbunden Chance im Halbfinale den Traum von Hamburg perfekt zu machen nach Absprache mit der Familie keinen langen Überlegungen mehr die lang geplante Party für seinen 30.Geburtstag mit über 100 geladenen Gästen zu verschieben. Aber die Gäste sahen es ihm nach und konnten es völlig verstehen. So wurde gerade erst am 25.05.2019 diese Feier nachgeholt. Was tut man nicht alles als Amateursportler! Danke Björn!

Noch ein Spiel bis Hamburg!

Der Gegner hieß HSV 1990 Apolda – wer bitte? Wenn man Google befragt erfährt man, dass Apolda kurz vor Erfurt und damit knapp 400 km von Bremen

entfernt liegt. Das bedeute einen langen Tag für die Mannschaft und für die Fans die die Mannschaft begleiteten. Abfahrt mit dem Bus war um 12.30 Uhr, Anpfiff in Apolda um 20.00 Uhr. Das Spiel startete gut und Habenhausen ging in Führung, in der Halbzeit war ein 3 Tore Vorsprung herausgespielt. Den hieß es nun auszubauen und sich nicht unnötig unter Druck bringen zu lassen – so der Plan. Die Realität sah leider etwas anders aus, zum Ende zeigte der lange Tag und die Fahrt seine Wirkung, der Vorsprung wurde enger und war nochmal alle Konzentration gefragt. Am Ende konnte die Mannschaft mit der über die Saison immer besser werdende Leistung überzeugen und mit 23:21 gewinnen. Gegen 22:30 Uhr wurde die Rückreise nach Bremen angetreten und auf einer langen Rückfahrt konnte man nun das Ticket nach Hamburg feiern.

Final Four – Finale – Barclaycard Arena – in einer Arena mit großen Teams aus Kiel, Hannover, Magdeburg und Berlin!

Foto: Nils Conrad

Am 06.04. ging es bereits mit dem Bus nach Hamburg, um sich an die Atmosphäre während der beiden Halbfinalspiel der Bundesligisten zu gewöhnen, bevor am Sonntag das DHB Amateurpokalfinale anstand. Dass die Hotelzimmer jeder Spieler selbst bezahlen musste, ist etwas was die Spieler mit Fassung getragen haben. So ist das nun mal im Amateursport. Immerhin konnte, dank der Sponsoren, der Bus nach Hamburg übernommen werden. Im Hotel konnten kurzerhand aber noch einige THW Fans auf die Seite der ATSV gezogen werden.

Nun war er da der große Tag, das Spiel in der Barclaycard Arena, eine Arena in die über 14.000 Zuschauer passen, Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Akkreditierung des Kaders, Umkleidekabine beziehen in der gestern noch die Füchse Berlin heimisch waren. Nun war Habenhausen dran, die ‘Habenhause Jungs’, zum Warm machen ging es in die anliegende Volksbank Arena, da in der Barclaycard Arena noch die Generalprobe für das REWE FINAL FOUR statt fand. Um 11.25 Uhr versammelte sich das Team zur letzten Besprechung in der Kabine, mit dabei die Kameras von Buten un Binnen und schwor sich auf das große Finale ein. Alle waren bereit und wussten, als Bremer fährt man nach Hamburg um zu gewinnen. Um 11:35 Uhr war es soweit, der Einlauf in die große Halle, die Halle war immerhin mit 2.551 Zuschauer gefüllt die das Spiel ATSV Habenhausen gegen den BTB Aachen aus der Regionalliga Nordrhein sehen wollten. Die Habenhauser Jungs starteten gut in die Partie und gingen gleich in Führung und weiteten diese bis auf vier Tore aus, immer wieder unterstützt von den ca. 120 mitgereisten Fans (60 Karten werden vom DHB zum Kauf bereit gestellt), den extra für das Spiel angereisten 4 Trommlern, zahlreichen Fans, Freunden und Sponsoren die sich über andere Wege Karten besorgt hatten und die neugewonnen Fans des THW Kiel. Kurz vor der Halbzeit wurde es versäumt sich weiter abzusetzen und so ging es mit 15:13 in die Halbzeit. Auf beiden Seiten machten die Torhüter ein starkes Spiel und so wurde es zum Ende immer enger. Achtzehn Sekunden vor Ende der Partie führte der ATSV mit einem Tor und kassierte quasi mit dem Schlusspfiff noch 25:25 Ausgleich. So schnell kann es im Handball gehen. Nun hieß es 7m Werfen – das sollte die Entscheidung bringen wer die beste Deutsche-Amateur-Handballmannschaft ist. Wer wirft? Die Mannschaft entscheidet, die Spieler die sich sicher fühlen sollen antreten entschied Trainer Matthias Ruckh, der das 7m Werfen mit einem Blick in die Zuschauerränge nicht verfolgte. Dazu muss man wissen das er sich nie die 7m Würfe seiner Spieler während der Partien anschaut. Im Tor der bis dahin überragende Schlussmann Daniel Sommerfeld, er hatte sich bereits im Vorwege per Videostudium die potentiellen 7m-Schützen angesehen und Würfe und Wurffinten eingeprägt – das sollte sich auszahlen. Gleich die ersten beiden 7m konnte er parieren. Nach verwandelten 7m von Lukas Feller und Kapitän Björn Wähmann war jetzt der letzte Schütze von Aachen dran, ein Schütze den Sommerfeld nicht kannte aus seinem Videostudium. Der Wurf sollte locker ins Tor geschlenzt werden, flog über den Kopf des Keepers und landete nicht in den Maschen sondern an der Latte!

Der Deutsche Amateurpokalsieger 2019 heißt ATSV Habenhausen!

Nun hieß es Feiern, das Finale der Profis ansehen und dann mit dem Bus zurück nach Bremen. Im Hotel zum Werdersee wartete bereits ein  Empfang von Fans, Familie und Sponsoren auf die Mannschaft mit denen gemeinsam bis nach Mitternacht gefeiert wurde.

Ein toller Erfolg für die Mannschaft und den Verein – Herzlichen Glückwunsch!

Foto: Nils Conrad

Als nächste Aufgabe wartet nun die 1.DHB-Pokalrunde auf die Habenhauser Jungs, die in einem vierer Turniermodus mit je zwei Halbfinals und einem Finale am Sonntag, ausgetragen wird. Durch die festgelegten Lostöpfe wird an diesem Turnier jeweils eine Mannschaft aus der 1.Liga, der 2.Liga und der 3.Liga neben den Habenhauser Jungs – alle samt aus dem Norddeutschen-Raum – teilnehmen. Wir hoffen viele Zuschauer am 17. und 18.08. begrüßen zur 1.Runde des DHB-Pokal in Bremen begrüßen zu dürfen. Weitere Details gibt es hier.

Alle Bilder vom Finale!
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