„Wir wollen das Titelrennen bestimmen“

Habenhausens Trainer Matthias Ruckh will mit seinen Handballern in die Dritte Liga

Habenhausen. Diese Statistik liest Matthias Ruckh gerne: Alle deutschen Amateurpokalgewinner sind spätestens ein Jahr nach ihrem überragenden Cup-Gewinn in die dritte Liga aufgestiegen. „Von mir aus kann das gerne so bleiben“, sagt der Trainer des Handball-Oberligisten ATSV Habenhausen. Zur Zielrichtung der Südbremer würde es auf alle Fälle passen, da sie unmissverständlich Meister der Oberliga Nordsee werden und nach zwei Jahren der Abstinenz wieder in die dritte Liga zurückkehren wollen.

„Wir wollen nicht nur gucken was passiert, wir wollen das Titelrennen bestimmen“, paukt er klar und deutlich heraus. Dass er damit den Druck auf seine Mannschaft noch einmal erhöht, ist ihm bewusst. „In der vergangenen Saison wollten auch alle Gegner uns als Drittliga-Absteiger schlagen, völlig egal, wo wir gespielt hatten. Insofern ändert sich an der Drucksituation auch in dieser Saison nichts“, behauptet er.

Körperlich sei der Bremer Traditionsverein nach vier intensiven Trainingswochen in puncto Kraftausdauer und Schnelligkeit ohnehin bestens in Schuss, auch die spielerische Integration der Neuzugänge soll gut vonstatten gegangen sein. Ein weiterer Vorteil der Ruckh-Truppe ist, dass der Großteil davon seit Jahren zusammen spielt, so dass der Coach im Training automatisch bei einem höheren Level wieder einsteigen kann.

Dass der ATSV im Umfeld für höhere Aufgaben gewappnet ist, zeigte er bei der Ausrichtung des DHB-Pokalturniers in der ÖVB-Arena. Mit 1067 Zuschauern war es das am fünftbesten besuchte der 16 sogenannten First-Four-Turniere. Mehr Zuschauer hatten nur noch die Hallen mit den Bundesliga-Zugpferden SG Flensburg-Handewitt, SC Magdeburg, Rhein-Neckar Löwen und THW Kiel.

Die starke Konkurrenz im Aufstiegsrennen wie den Drittliga-Absteiger Varel-Altjührden, den TV Cloppenburg, TV Bissendorf-Holte oder auch den VfL Fredenbeck blendet der ATSV-Trainer freilich nicht aus. Auch der Auftaktgegner des Oberliga-Vizemeister der vergangenen Saison ist beileibe nicht von Pappe: Er tritt am Freitagabend, 6. September, um 20.30 Uhr beim Aufsteiger HSG Schwanewede/Neuenkirchen an, der in diesem Spiel mit 600 Zuschauern sicherlich eine ausverkaufte „Heidehölle“ aufbieten wird. Schließlich weisen in Habenhausen neben Matthias Ruckh auch Daniel Sommerfeld, René Steffens, Mirko Ahrens, Lukas Feller, Fabian Rojahn, Lino Hintke und Etienne Steffens eine intensive Vergangenheit bei den „Schwänen“ auf. Wie jüngst auch die Neu-Schwaneweder Marco Wilhelms und Roberto Cagliani direkt aus Habenhausen in den Landkreis Osterholz gewechselt sind. Das zündelt zusätzlich an der hitzig zu erwartenden Partie. „Ich sehe die HSG für uns als einen der schwersten Auftaktgegner an, die man bekommen kann“, sagt Ruckh.

Doch bange machen gilt für ihn nicht. Vor allem dann nicht, wenn man aufsteigen und 2022 im oberen Drittel der dritten Liga mitmischen will. So lautet zumindest der Dreijahresplan der Blau-Weißen. Matthias Ruckh sieht sein Team für die bevorstehenden Aufgaben auf alle Fälle als gewappnet an. „Ich bin überrascht, wie früh wir schon in guter Verfassung sind und die Automatismen greifen“, meint er. Auf ein gewachsenes Team können die Südbremer nach ihrem Hammer-Jahr 2019 (35:3 Punkte in der Oberliga) ohnehin schon zurückgreifen, „außerdem ist unser Kader in der Qualität noch breiter geworden“, behauptet er. Dafür sorgen Neuzugänge wie der Torwart René Steffens, Linksaußen Mirko Ahrens (beide aus Schwanewede/Neuenkirchen) oder auch die beiden Kreisläufer Lino Hintke (TV Langen) und Etienne Steffens (Bundesliga A-Jugend HC Bremen mit Doppelspielrecht).

Vor allem die Entwicklung des 26-jährigen Hintke, der vom Verbandsliga-Absteiger TV Langen kam, beeindruckt Matthias Ruckh: „Es ist fantastisch, wie schnell er bei uns eingeschlagen ist. Er funktioniert bei uns seit der ersten Minute.“ Auch für die anderen Verstärkungen findet der Trainer der Blau-Weißen lobende Worte: „Es sind allesamt Neuzugänge, die den Anspruch erheben, auch spielen zu wollen“, freut er sich über den gestiegenen Konkurrenzkampf. In diesen Tagen geht der ATSV Habenhausen im Training in den Wettkampfmodus über, dann fiebern alle nur noch dem Saisonstart entgegen.

„An der Drucksituation ändert sich auch in dieser Saison nichts.“

ATSV-Trainer Matthias Ruckh

„Ich sehe die HSG für uns als einen der schwersten Auftaktgegner an.“

Matthias Ruckh

Geschrieben von Olaf Kowazik und veröffentlicht am 29.08.2019 im Weser Kurier