Torwart Steffens glänzt beim 30:23

Bremen. Luc Schluroff war erleichtert: „Der Schlusspfiff wurde aber auch Zeit“, atmete der Linksaußen des Handball-Oberligisten ATSV Habenhausen auf. Mit dem Spielstand hatte das nichts zu tun, schließlich wurde der TuS Rotenburg im Heimspiel am Ende noch klar mit 30:23 (16:10) distanziert. Vielmehr hatte der 19-Jährige mit einem Jetlag zu kämpfen, da er erst 26 Stunden vor dem Anpfiff von einem zweiwöchigen USA-Urlaub zurückgekehrt war. Trotzdem musste er aufgrund des Fehlens von Tim Steghofer und Mirko Ahrens über 60 Minuten auf der linken Flanke ran und netzte viermal ein. „Ich hab‘ bis sechs Stunden vor dem Anpfiff geschlafen, weil ich im Flieger kein Auge zubekommen habe“, verriet Luc Schluroff.

Auch wenn er am Ende kräftig pumpte, setzte er den Gästen in der kniffligen Phase mit dem 24:20 einen ganz wichtigen Überzahltreffer ins Netz (49.). Danach brachte Lukas Feller die Wümmestädter mit dem Doppelschlag zum 26:20 noch kräftiger ins Wanken, ehe Luc Schluroff sie knapp sieben Uhrzeigerumdrehungen vor Ultimo mit dem Tor zum 28:21 endgültig auf die Bretter schickte.

Der ATSV-Trainer Matthias Ruckh war mit der Höhe des Erfolges zufrieden, er hätte sich jedoch „einen klareren Spielverlauf gewünscht“. Das wäre ohne Weiteres drin gewesen, wenn sich die Hausherren nach dem 4:1 (7.) oder dem 20:14 (37.) nicht immer wieder Schnitzer erlaubt hätten. Mal stand die Abwehr beim Rotenburger Kreisläuferspiel einen Tick zu offensiv, dann wieder leisteten sich die Blau-Weißen beim schnellen Ballvortrag Fehler. Ein nicht immer überzeugendes Über- und Unterzahlspiel kam dazu.

Gereicht hat es trotzdem, weil immer wieder andere „Habenhauser Jungs“ ihre starken Phasen hatten. Los ging’s mit einem ausgezeichnet beginnenden Lukas Feller auf Halblinks, am Kreis ackerten mit Marcel Fischer und Lino Hintke zwei extrem unterschiedliche Spielertypen für ihre Mitspieler. Der 17-jährige A-Jugendliche Thies Hermann knüpfte nahtlos an seine Premieren-Vorstellung aus der Vorwoche an und traf erneut viermal aus der zweiten Reihe.

Ein Erfolgsgarant war aber vor allem der beim 22:18 (42.) eingewechselte Schlussmann René Steffens, der die Wümmestädter mit fünf schwersten Paraden bei nur fünf Gegentreffern völlig entnervte. „Es ging bei mir ja auch gleich gut los“, verwies der Mann mit der Rückennummer eins auf den Strafwurf des TuS-Torjägers Lukas Misere, den er – 50 Sekunden vor der Halbzeit kurz eingewechselt – umgehend parierte. In den Schlussminuten eingewechselt, fackelte zu guter Letzt auch Bjarne Ruthke nicht lange und drosch den Gästen zwei Würfe von Halblinks ins Netz. „Bjarne hat die von ihm geforderten klaren Entscheidungen getroffen“, lobte Matthias Ruckh. Dessen Mannschaft rückte mit 8:2 Punkten auf den zweiten Platz vor.

ATSV Habenhausen: Sommerfeld, Steffens; Ruthke (2), Fischer, B. Wähmann (4/2), J. Schluroff (2), L. Schluroff (4), Steffens, Rojahn, Marien (4), Hintke (2), Feller (8), Hermann (4)

Verfasst von Olaf Kowalzik und veröffentlicht am 21.10.2019 im Weser Kurier