Oberliga-Handballer kassieren überraschendes 21:30 in Barnstorf

Bremen. Autsch, das tat fürchterlich weh! Den Oberliga-Handballern des ATSV Habenhausen schmerzte die 21:30 (6:14)-Niederlage bei der HSG Barnstorf/Diepholz gleich in doppelter Hinsicht: Dem Team, weil es den Druck hinsichtlich des gewünschten Drittliga-Aufstiegs bei jetzt vier Minuspunkten um ein weiteres Stück erhöht. Und dem Mannschaftsführer Björn Wähmann, weil der sich im Match beim Zweikampf eine blutende Stirnplatzwunde zugezogen hatte. Der Kapitän wurde noch an Ort und Stelle verarztet und spielte das Duell mit einem turbanartigem Verband zu Ende, stilecht in den blau-weißen Vereinsfarben gehalten. Damit traf er noch zwei Siebenmeter ins gegnerische Netz.

Ja, die Treffer, die waren auch das riesige Manko bei den Blau-Weißen. „Wir haben wirklich nicht gut angegriffen“, wollte der ATSV-Trainer Matthias Ruckh gar nichts schönreden. Er tippte auf die Fehlerstatistik, die sein Torwarttrainer Rainer Lange geführt hatte. Es war ein Dokument des Schrecken, denn das wies allein 20 Paraden des starken Barnstorfer Torwarts Donatas Biras aus. Viermal hatten sich die Gäste die Zähne allein beim Strafwurf am 20-fachen ehemaligen litauischen Nationalkeeper ausgebissen. „Das alles sagt schon eine Menge aus“, so Ruckh.

Auch wegen der ausgezeichneten Barnstorfer Deckungsleistung lief der deutsche Amateurpokalsieger den Niedersachsen zur Pause einem satten Acht-Tore-Rückstand hinterher (6:14), die Tim Steghofer, Mirco Wähmann (3/2), Lukas Feller und Luc Schluroff erzielt hatten. „14 Gegentore sind nach den ersten 30 Spielminuten ja völlig in Ordnung“, betonte Matthias Ruckh, zumal vier daraus auch noch Kontern entsprangen – nach vorherigen Habenhauser Stockfehlern im Angriff.

Trotzdem kämpfte sich der ATSV Habenhausen im zweiten Durchgang mit 13:17 wieder ins Spiel zurück (40.). Zu mehr reichte es nicht, da die HSG Barnstorf/Diepholz nur sechs Minuten später auf 22:14 erhöhte und acht Minuten vor dem Abpfiff klar mit 26:18 führte. Am Ende erging es den Bremern wie dem elektronisch geführten Spielbericht im so genannten „Nuscore“-System des Verbandes: es hatte an allen Ecken und Enden seine Macken und brachte zu guter Letzt kein brauchbares Ergebnis zustande. Natürlich hatte der Habenhauser Trainer die Niederlage beim Drittletzten nicht wirklich auf dem Zettel. Die Niedersachsen hatten ihre acht Minuspunkte jedoch allesamt auswärts kassiert und zu Hause schon den aufstiegswilligen VfL Fredenbeck mit 28:24 bezwungen. Jetzt setzten die Barnstorfer also in der engen Heimhalle das nächste Ausrufezeichen.

„Wir sind in dieser engen Liga mit 8:4 Punkten durchaus im Soll“, behauptet Ruckh und geht davon aus, dass bald auch der Spitzenreiter TV Cloppenburg Federn lassen wird. Der einzige Lichtblick war in seinem Team der linke Rückraumspieler Mirco Wähmann nach einer sechswöchigen Verletzungspause. „Jetzt müssen wir die Woche konzentriert und fokussiert trainieren, dann steht uns am Sonntag um 17 Uhr das Stadtderby gegen den HC Bremen in der Hinni-Schwenker-Halle ins Haus“, sagt Ruckh. Danach folgt das Gastspiel bei der TSG Hatten-Sandkrug, ehe am 24. November das Topspiel zu Hause gegen den TV Cloppenburg auf dem Programm steht.

ATSV Habenhausen: Sommerfeld, Steffens; Ruthke, Steghofer (1), Fischer (1), B. Wähmann (2/2), J. Schluroff (1), L. Schluroff (5), Rojahn, Marien (1), Hintke (1), Feller (1), M. Wähmann (8/4).

Verfasst von Olaf Kowalzik und veröffentlicht am 28.10.2019 im Weser Kurier