Oberliga-Handballer beenden mit dem 29:22-Sieg über Schlusslicht Elsfleth ein ereignisreiches Jahr

Habenhausen. Die Oberliga- Handballer des ATSV Habenhausen hingen am Dienstag vor dem Gastspiel beim Elsflether TB komplett in den Seilen. Das war beim anstrengenden Training bei „Cornamix“ in Oberneuland aber auch völlig beabsichtigt. Beim 29:22 (15:14)-Erfolg in der Wesermarsch beim dortigen ETB waren die Südbremer wieder fest mit beiden Beinen auf dem Boden verwurzelt, was sie zum alleinigen ernsthaften Verfolger des Spitzenreiters TV Cloppenburg macht. Denn die SG Altjührden ließ ihrerseits in Bissendorf-­Holte Federn, womit Cloppenburg (22:2 Punkte) vor den Blau-Weißen (20:4) von der Tabellenspitze grüßt. Dahinter folgen punktgleich, aber auch schon leicht abgeschlagen, die Teams aus Altjührden und Schwanewede/Neuenkirchen (16:8). Die Hypothek könnte für diese Teams im Aufstiegsrennen schon einen Tick zu groß sein.

„Ich bin froh, dass das anstrengende Jahr mit diesem Spiel zu Ende gegangen ist“, sagte der ATSV-Trainer Matthias Ruckh und atmete tief durch. Schließlich war es ein äußerst erfolgreiches mit dazu, vom Gewinn des deutschen Amateurpokals über das DHB-Pokalduell gegen den Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf in der ÖVB-Arena bis zu eben diesem jüngsten und letzten Punktspielauftritt des Jahres aus Elsfleth. Nur die beiden Niederlagen in Barnstorf und Altjührden drückten beim ATSV zwischenzeitlich auf die Stimmung, die wurde danach aber vor allem durch den Sieg über Cloppenburg wieder aufgehellt.

Der Aufsteiger aus Elsfleth ziert mittlerweile mit 4:22 Punkten das Tabellenende, er hatte aber sieben seiner Partien mit nicht mehr als drei Toren verloren. „Daher war uns klar, dass es in Elsfleth schwer werden würde“, zeigte sich Matthias Ruckh entsprechend gewarnt. Zumal seinen Blau-Weißen in der Elsflether Stadthalle mit Hauke Marien, Lino Hintke, Lukas Ole Müller und Tim Steghofer vier Spieler fehlten. Bitter war es vor allem für den Kreisläufer Hintke, den in Bremerhaven ein Auto auf’s Korn genommen hatte. Er kam  mit einem Bänderriss im Fuß und einigen Prellungen am Handgelenk davon.

Die Gäste trotzten den Widrigkeiten und dem Gegner, wobei ihre Ersatzbank proppenvoll besetzt war. „Das zeigt, wie breit und ausgeglichen mein Kader auf den einzelnen Positionen bestückt ist“, sagte Matthias Ruckh. Spannend blieb das Match bis zum 16:15-Gästevorsprung dennoch (35.), weil der ATSV in der Abwehr die Niedersachsen zu lange ungehindert spielen ließ und vorne nicht mit überzeugtem Volldampf auf die Elsflether Deckung gegangen war. Das änderte sich in den folgenden 13 Minuten schlagartig, weil sich die Bremer Deckung nun massiv formierte, nur einen Gegentreffer zuließ und vorne Felix Meier (2), Marcel Fischer, Lukas Feller, Thies Hermann (2) sowie Luc Schluroff zum 23:16 wie entfesselt loslegten. Der ETB beklagte unterdessen den Ausfall seines gefährlichen Rückraumspielers Florian Doormann.

Danach ließ sich der Tabellenzweite die Butter nicht mehr vom Brot nehmen, weil sein Schlussmann Daniel Sommerfeld mit einer ausgezeichneten Paradenquote von 40 Prozent aufwartete. Der Rechtsaußen Felix Meier gefiel im Angriff mit einer starken Torausbeute sowie einer guten Abwehrarbeit. Außerdem legte der Bundesliga-A-Jugendliche Thies Hermann direkt nach seiner Einwechslung in der 44. Spielminute aus der zweiten Reihe überzeugend los. Im Abwehrzentrum rieb der Kapitän Björn Wähmann die Elsflether Offensive auf. Ruckh dankte es ihm, in dem er ihn ab der 45. Minute auf der Bank schonte und dafür Mirco Wähmann und Bjarne Ruthke wechselweise ins Herz der ATSV-Verteidigung schickte.

In dieser Woche ließen die Blau-Weißen das Training ausklingen, am gestrigen Mittwoch ging es stattdessen gemeinsam in der Innenstadt auf den Weihnachtsmarkt. Am 2. Januar geht’s mit dem Training weiter, bis dahin haben die Spieler Fitness-Hausaufgaben mitbekommen. Am 12. Januar ist die HSG Delmenhorst erster Heimgegner im neuen Jahr.

ATSV Habenhausen: Steffens, Sommerfeld; Ruthke, Fischer (3), B. Wähmann (3/2), Meier (5), J. Schluroff (4), L. Schluroff (3), E. Steffens, Rojahn, Ahrens (3), Feller (2), M. Wähmann (3/1), Hermann (3).

Verfasst von Olaf Kowalzik und veröffentlicht am 19.12.2019 im Weser Kurier