Oberliga-Handballer bezwingen Bissendorf-Holte 30:25 und halten Kontakt zu Spitzenreiter Cloppenburg

Habenhausen. Die Oberliga-Handballer des ATSV Habenhausen halten den Druck auf den Spitzenreiter TV Cloppenburg aufrecht. Eine Woche nach dem 33:27-Heimsieg über Cloppenburg nahmen die Blau-Weißen beim 30:25 (17:11)-Erfolg auch beide Zähler vom TV Bissendorf-Holte mit. Der Rückstand zum Tabellenführer beträgt damit weiterhin nur zwei Punkte, am Sonnabend geht es für den deutschen Amateurpokalgewinner daheim im nächsten Topspiel gegen den Fünften VfL Fredenbeck weiter (17 Uhr, Bunnsackerweg).

„Macht mal Stimmung. Es kann doch nicht sein, dass zehn Habenhauser Fans mehr Lärm verursachen als ihr“, spornte der Bissendorfer Hallensprecher den TVB-Anhang im ersten Durchgang an. Viel Grund zum Rufen oder Klatschen hatten sie allerdings nicht. Sie waren ob der ausgezeichneten Habenhauser Deckungsarbeit völlig perplex, ja paralysiert. „Wir wollten ja auch dort weiter machen, wo wir am vergangenen Spieltag aufgehört haben“, verriet der ATSV-Rückraumspieler Lukas Feller. Deshalb konnte der fehlende Coach Matthias Ruckh beim B-Trainer-Lehrgang zwischendurch entspannt auf den Liveticker im Internet gucken, weil sein Team unter der Regie von Thomas Krüger auf der Bank hinten wieder einmal Beton anrührte.

„Die Verteidigung war in der Tat überragend“, lobte Krüger. Und der muss es ja auch wissen, schließlich nimmt Krüger den Tabellenzweiten einmal die Woche im Training unter seine Fittiche, um ihn in der Abwehrarbeit noch weiter nach vorne zu bringen. Der wieder einmal starke René Steffens im Tor verpasste den frustrierten Hausherren mit seinen Paraden den Rest. Im ATSV-Angriff trumpften zwei Spieler auf, die zuletzt nicht so stark im Fokus standen.

Mirco Wähmann trifft neunmal
Allen voran Mirco Wähmann im Rückraum, der in seinem fünften Auftritt nach seinem verletzungsbedingten Ausfall sein bislang bestes Spiel machte. Neun seiner Würfe zappelten im gegnerischen Netz, darunter drei Siebenmeter. Der Halblinke erhöhte damit sein Trefferkontingent im siebten Saisoneinsatz auf 32 Tore. „Ich bin gut reingekommen und habe gleich die ersten Würfe getroffen“, bilanzierte er zufrieden. Bei 100 Prozent seines Leistungsvermögen sieht er sich aber noch nicht wieder angekommen. „Dafür habe ich noch zu viele Fehler gemacht. Aber es wird von Spiel zu Spiel besser“, sagt er.

Ab dem 6:5 übernahm Lukas Feller die Verantwortung und fackelte fünf überzeugende Statements – mit einer Unterbrechung von Luc Schluroff – zum 12:8-Vorsprung ins Tor des TV Bissendorf-Holte ab. Der im vierten Topspiel in Folge sieglose TVB-Trainer Henning Sohl („Ich bin zunächst eher Psychologe als Trainer“) schob den Feller-Festspielen mit einer Sonderbewachung bei eben jenem Mann mit der Rückennummer 34 einen Riegel vor. Trotzdem hat sich damit der ATSV-Allrounder wieder aus seinem kleinen Leistungszwischentief herausgeballert. Der 17:11- Pausenstand ließ bei den Bremern keine Wünsche offen, bei den Hausherren aus dem Landkreis Osnabrück war unterdessen erheblicher Redebedarf vorhanden.

Der komfortable Vorsprung des ATSV Habenhausen schmolz sofort zu Beginn des zweiten Durchgangs dahin, weil die Niedersachsen im Angriff mit zwei Kreisläufern agierten und damit erfolgreich waren. Im Gegenzug verlor der ATSV in der eigenen Offensive den Faden und entfachte zu wenig Zug zum Tor. Der TV Bissendorf-Holte verkürzte auf 17:18 (38.), er schaffte es aber bis zum Schluss nicht, der Partie eine Wende zu geben. Auch zum sehnlichst gewünschten Ausgleich langte es nach dem einzigen Unentschieden (5:5/15.) nie.

„Wir haben rechtzeitig die Kurve gekriegt“, zeigte sich Thomas Krüger mit dem Resultat der schweren Auswärtshürde zufrieden, denn in Bissendorf gewinnt es sich alles andere als leicht. Da geben die Hausherren nie auf, wie es der Zweitplatzierte nach dem Sechs-Tore-Pausenvorsprung zu spüren bekam. Zwei Tore von Mirco Wähmann und eines von Mirko Ahrens verschafften den Blau-Weißen nach dem 23:22 wichtige Luft (26:22/51.), in den letzten 92 Sekunden machten Mirco Wähmann, Hauke Marien und Lino Hintke per Dreierpack endgültig alles klar. Jetzt muss Habenhausen am Sonnabend gegen Fredenbeck den nächsten Sieg nachlegen und dann zu schauen, wie sich Cloppenburg im Topduell in Altjührden schlägt.

ATSV Habenhausen: Sommerfeld, R. Steffens; Fischer (1), B. Wähmann (2), Meier (2), J. Schluroff, L. Schluroff (2), Rojahn, Marien (1), Hintke (4), Ahrens (3), Feller (6), M. Wähmann (9/3), Hermann.

Verfasst von Olaf Kowalzik und veröffentlicht am 05.12.2019 im Weser Kurier