Landesliga-Handballerinnen 29:31

Bremen.Nach der bitteren 29:31 (14:14)-Auswärtsniederlage des ATSV Habenhausen in der Handball-Landesliga der Frauen bei der HSG Bützfleth/Drochtersen suchte ATSV-Trainer Lars Röwer einen Teil der Schuld bei sich: „Vielleicht“, sinnierte der erfahrene Coach, „hätte ich die zweite Auszeit fünf Minuten früher nehmen müssen, dann hätten wir vielleicht sogar noch gewinnen können.“ Dennoch zeigte er sich „insgesamt einverstanden“ mit der Leistung seiner Mannschaft, in der mit Lea Burwinkel, Laura Buschmann und Carlotta Stegemann gleich drei torgefährliche Rückraumspielerinnen verletzungsbedingt ausfielen.

Dennoch präsentierte sich das Team nach der Winterpause gefestigt. Offensichtlich tat den Spielerinnen die Auszeit gut, um die Köpfe wieder frei zu bekommen. Ausgeglichen verlief die Anfangsphase. Die frühe Zwei-Tore-Führung der HSG (6:4/ siebte Spielminute) egalisierte Laura Sünkenberg per Siebenmeter (9.). Bis zur Pausensirene begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Vor allen Dingen Darleen Gasiorek – in der A-Jugend des ATSV eine starke Rückraumspielerin – sorgte auf Außen für viel Furore, was den Coach in Hinblick auf die kommenden Partien zuversichtlich stimmte. „Dieses schwere Auswärtsspiel hat bewiesen“, resümierte Röwer, „dass wir im Kader sehr gut und sehr breit aufgestellt sind und wir unseren Blick auch gerne in Richtung Tabellenspitze richten dürfen, wenn alle gesund bleiben.“

Mit Beginn der zweiten Hälfte knüpften die Gäste um ihre beste Werferin Laura Sünkenberg (acht Tore/sieben Siebenmeter) zunächst an die engagierte und konzentrierte Leistung der ersten 30 Minuten an, aufmerksam in der Deckung und präzise im Torabschluss lag der ATSV zeitweise mit drei Toren in Führung (19:16/38.). Dann allerdings schlichen sich mehrere technische Fehler im Spielaufbau ein, dazu fehlte plötzlich die nötige Konsequenz im Abschluss. „Ich hätte die Auszeit sofort nehmen müssen, als es mir zum ersten Mal auffiel“, haderte Röwer, „dann hätte ich das Team vielleicht noch wieder zurück in die Spur bringen können.“

So allerdings drehten die Gastgeberinnen den Spielstand binnen weniger Minuten zu ihren Gunsten (22:19741.), die Gäste kamen noch ein letztes Mal zum Ausgleich, konnten sich in der Schlussphase letztlich aber nicht mehr wieder herankämpfen und mussten sich letztlich „vollkommen unnötig“ (Röwer) geschlagen geben. „Schade“, bilanzierte der ATSV-Trainer nach Spielende enttäuscht, „da wäre deutlich mehr drin gewesen.“ Nun gelte es, im Heimspiel gegen den TSV Bremervörde (Sonnabend, 18. Januar, 17.15 Uhr), nachzulegen. „Unterschätzen wird den Gegner ganz sicher niemand“, zeigte sich Röwer überzeugt, „die Spielerinnen haben gesehen, wie eng es in dieser Saison in der Landesliga zugeht und werden zwar mit viel Selbstbewusstsein, aber ohne Überheblichkeit ins Spiel gehen.“

ATSV Habenhausen: Bergen, Zumpe; Töbelmann, Pauly, Gasiorek, A. Burwinkel (1), Koconrek (2), Guroll (2), Schiege (2), Petersen (2), Warnke (3), Rathmann (4), Stephan (5), Sünkenberg (8/7).

Verfasst von Christian Markwort und veröffentlicht am 16.01.2020 im Weser Kurier