Handballer des ATSV Habenhausen II hadern nach 21:22 mit den Unparteiischen

Bremen. Zwar waren die Spieler des Wilhelmshavener HV II als Favorit zum Auswärtsspiel in der Handball-Verbandsliga der Männer beim ATSV Habenhausen II angereist – doch die abstiegsgefährdeten Gastgeber präsentierten sich als ebenbürtiger Gegner und hielten dem Druck der Gäste bis knapp zehn Minuten vor Spielende bravourös stand. Dann sorgte WHV-Akteur Fabrice Lehmann mit zwei Toren für Trauer seitens des ATSV, der zu diesem Zeitpunkt noch mit einem Tor Vorsprung geführt hatte und die „Platte“ letztlich mit einer unglücklichen 21:22 (9:12)-Niederlage verlassen musste. Nach Spielende haderte ATSV-Trainer Philipp Grieme allerdings mit mehreren Entscheidungen der Unparteiischen, die aus seiner Sicht mitverantwortlich für die unnötige Niederlage gewesen seien.

„40 Sekunden vor dem Ende planen wir unseren letzten Angriff“, rekapitulierte Grieme, „Bjarne Ruthke kommt zum Wurf, dieser wird gehalten und der Torhüter des WHV spielt den Ball vier Sekunden vor Abpfiff auf Höhe der Mittellinie ins Seitenaus.“ In seinen Augen „muss es dafür die Rote Karte und wir einen Siebenmeter bekommen“, ärgerte sich der Coach. „Beides blieb jedoch aus, so Grieme weiter, „ich glaube, die Unparteiischen waren überfordert und hatten keinen Mut, diese Entscheidung zu fällen.“ Es sei „eine klare Fehlentscheidung“ gewesen und habe dem ATSV die Chance auf einen Punkt genommen. „Wir haben zwar Einspruch eingelegt“, erklärte Grieme, „ich glaube aber nicht, dass dieser durchgeht, da es sich um eine Tatsachenentscheidung handelt.“

Das Angriffsspiel des ATSV kam in der ersten Hälfte nur schleppend in Gang, immer wieder vergaben die Hausherren gute Chancen gegen den starken Gäste-Keeper Levin Stasch. „Das bricht uns hinten raus das Genick“, resümierte Grieme, „neun geworfene Tore, davon nur acht Feldtore, sind einfach zu wenig.“ Allerdings habe sein Team diese Möglichkeiten „nicht leichtfertig vergeben“, betonte der ATSV-Trainer, „aber wir warfen den Ball auch nicht mit der letzten Konsequenz“. Die ATSV-Abwehr stand stabil und mit Nils Wilshusen stand ein sicherer Rückhalt im Tor. „Nils hat den Formanstieg gegen Eyendorf bestätigt“, lobte Grieme, „und auch die Abwehr hat einen sehr guten Part gespielt.“ Das Team sei insgesamt gut auf Wilhelmshaven eingestellt gewesen, versicherte der Trainer, „wir wussten um ihr Kreisläuferspiel und die Torgefahr aus dem Rückraum und haben unsere 6:0-Deckung flexibel ausgelegt.“

Mit Bjarne Ruthke und Flemming Stüven verfügte der ATSV über einen guten Innenverband, auf den Halbpositionen machten Jonas Rohländer und Bastian Klün ihre Sache ebenfalls gut. Im Rückraum überzeugte Bjarne Ruthke, Jonas Rohländer habe laut Grieme „über 60 Minuten in Abwehr und Angriff geackert „. Mit der Pausensirene fingen sich die Habenhauser das 9:12, „weil wir dort einfach schläfrig in der Abwehr waren“, berichtete der Trainer. In der zweiten Hälfte habe er bemerkt, „dass meine Mannschaft diese beiden Punkte unbedingt  wollte“, konstatierte Grieme, „sie haben gekämpft und sind ein hohes Tempo gegangen“. Beim Stand von 21:20 spielte der ATSV einen Angriff nicht gut zu Ende und warf in den letzten Minuten kein Tor mehr. „Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht“, bilanzierte Grieme, „unsere Abwehr stand stabil, aber wir müssen die Chancen besser nutzen.“

ATSV Habenhausen II: Wilshusen, Kante; Wessling, Rauer, Klün, Kowalzik, Marz, Töbelmann, Schwarze (1), Häusler (2/1), Stüven (3), Rohländer (5), Ruthke (5), Meier (6/3).

Verfasst von Christian Markwort und veröffentlicht am 30.01.2020 im Weser Kurier