Handball-Verbandsligist unterliegt Aurich II nach schwacher zweiter Hälfte 26:34

Bremen.Mit den ersten 15 Minuten im Spiel in der Handball-Verbandsliga der Männer zwischen OHV Aurich II und Schlusslicht ATSV Habenhausen II zeigte sich ATSV-Trainer Philipp Grieme noch einverstanden: „Wir sind eigentlich sehr gut in das Spiel hinein gekommen“, führte er nach der letztlich doch deutlichen 26:34 (12:14)-Niederlage aus, „und konnten das Spiel bis zur Halbzeit über weite Strecken auch durchaus ausgeglichen gestalten.“ Allerdings sei es mit Beginn der zweiten Hälfte zu einem Einbruch gekommen, den sich der Trainer nicht erklären könne: „Uns fehlte es am Mut, am Willen und an der Einsatzbereitschaft“, führte Grieme aus, „sonst wäre hier und heute mit Sicherheit mindestens ein Punkt möglich gewesen.“

Bis zu besagter 15. Spielminute wechselten sich beide Teams mit der Führung ab, dem ATSV gelang es sogar, sich kurzzeitig auf drei Tore abzusetzen (5:2/13. Spielminute). Mit einer bissigen 6:0-Abwehr neutralisierten die Gäste ihre Gegner zunächst, einzig OHV-Top-Torschütze Renke Gronau (neun Tore/ein Siebenmeter) war von den Gästen bereits zu diesem Zeitpunkt kaum in den Griff zu bekommen. Nachdem Aurich schließlich auf 6:7 verkürzen konnte (19.), versuchte Philipp Grieme, seine Mannschaft während einer Auszeit neu einzustimmen. „Wir haben uns im Spielaufbau zu viele Nachlässigkeiten geleistet“, erläuterte er, „und haben über Tempogegenstöße von Aurich zu viele leichte Gegentore kassiert.“ Allerdings hätten die beiden überfordert wirkenden Schiedsrichter schon in Durchgang eins mit zahlreichen fragwürdigen Entscheidungen zugunsten der Heimmannschaft ihren Anteil zum zerfahrenen Spiel der Gäste beigetragen. „Wir haben mit insgesamt acht Zeitstrafen doppelt so viele kassiert, wie Aurich“, monierte Grieme, „viele davon waren aus meiner Sicht absolut ungerechtfertigt.“

Mit Beginn der zweiten Hälfte setzten sich die Hausherren durch einen 3:0-Lauf zunächst vom ATSV ab, woraufhin Grieme seine Defensive auf eine 5-1-Deckung umstellte, „um einfach wieder mehr Zugriff auf den Auricher Rückraum zu bekommen“, wie er erklärte. Doch die Gastgeber zeigten sich mit zunehmender Spieldauer von dieser taktischen Maßnahme vollkommen unbeeindruckt und erhöhten den Vorsprung auf zeitweise sieben Tore (26:19/46.). „Im Training hängen sich alle voll rein“, versicherte Grieme, „nur kriegen wir diese Leistung in vielen Spiele einfach nicht auf die Platte.“

In der Schlussphase ließen die Habenhauser Abwehrspieler ihre beiden Torhüter mehrfach „im Regen stehen“, Aurich dagegen gewann nicht nur zunehmend an Sicherheit – sondern letztlich auch hoch verdient das Spiel. „Für uns beginnen nun die Wochen der Wahrheit“, blickte Philipp Grieme auf die anstehenden Begegnungen mit dem TSV Daverden, dem VfL Horneburg und der HSG Barnstorf/Diepholz II voraus. „Noch ist der Klassenerhalt absolut drin“, zeigte er sich zuversichtlich, „wir müssen in den nächsten Spielen einfach wieder zu unserem Selbstverständnis zurück finden und die guten Trainingsleistungen auch in den Spielen konstant über 60 Minuten zeigen.“ Aufzugeben sei für Grieme deshalb ebenso wenig eine Option, wie auch für die Spieler, versicherte der Trainer. „Wir müssen uns allerdings möglichst schon in den nächsten drei Spielen einfach ein Erfolgserlebnis erkämpfen, dann könnte der Knoten noch rechtzeitig platzen“. Schließlich sei der Abstand zum rettenden Ufer für die Oberliga-Vertretung noch nicht zu groß , „also muss noch niemand in Panik verfallen, aber wir müssen dennoch achtsam sein“, zeigte sich Grieme angesichts der durchaus vermeidbaren Pleite in Aurich weiterhin zuversichtlich.

ATSV Habenhausen II: Wilshusen, Kante; Gebhardt, Klün, Rohländer, Wessling (1), Rauer (2), Töbelmann (3/1), Stüven (3), Marz (3), Walz (4), Nülle (5/3), Kowalzik (5).

Verfasst von Christian Markwort und veröffentlicht am 13.02.2020 im Weser Kurier