Handball-Verbandsligist ATSV Habenhausen II verliert beim VfL Horneburg 32:35

Bremen.Ab der 40. Spielminute wurde die Begegnung in der Handball-Verbandsliga der Männer zwischen Gastgeber VfL Horneburg und dem ATSV Habenhausen II zur Nebensache, die schwere Verletzung von Gäste-Spieler Flemming Stüven überschattete letztlich sogar die bittere 32:35 (15:17)-Niederlage der Bremer. „Flemming blieb plötzlich vor der Ersatzbank liegen und robbte sich voller Schmerzen vom Feld“, skizzierte ATSV-Trainer Philipp Grieme den Schockmoment für sein Team. Der Abwehrchef hatte sich die Achillessehne gerissen und fällt nun für den Rest der Saison aus. „Vielleicht war es auch dieser Schockmoment, der uns aus dem Tritt gebracht hat“, grübelte der Trainer, „allerdings hätten wir zuvor bereits das Spiel durchaus für uns entscheiden können.“

Von Beginn an schenkten sich beide Teams nichts, in den ersten 15 Minuten entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung, in der die Gastgeber um ihren besten Werfer Yannick Löhden (zehn Tore/fünf Siebenmeter) wiederholt in Führung gingen und die Gäste umgehend wieder ausgleichen konnten. Als der VfL schließlich mit drei Toren in Front lag (11:8/15. Spielminute), versuchte Philipp Grieme während einer Auszeit, sein Team zu ordnen. „In den ersten zehn Minuten spielten wir gut strukturierte Angriffe“, erläuterte der Coach, „und waren in der Regel damit auch erfolgreich.“ Mit zunehmender Spieldauer hätten seine Spieler allerdings „in den weiteren 50 Minuten einfach zu viele Bälle verschossen“, haderte er. Vor allem in der zweiten Hälfte hätten die Spieler um Top-Werfer Lukas Meier (9/7) zu viele freie Chancen liegengelassen, „so dass es nicht notgetan hat, in Hornburg zu verlieren, denn sie waren heute nicht unbedingt besser als wir“, konstatierte Grieme enttäuscht.

Unsortiert in der Rückwärtsbewegung

Zu Beginn der zweiten 30 Minuten setzten sich die Gastgeber über 19:15 (33.) und 21:17 (35.) schließlich auf sechs Tore ab (23:17/36.), ehe sich die Gäste in einer zweiten Auszeit wieder zu sammeln versuchten. „Was wir vor allem haben vermissen lassen“, erläuterte Grieme, „war die Rückzugsbewegung, dort standen wir zu unsortiert und drehten uns zu spät um, so dass Horneburg immer wieder über die zweite Welle zu einfachen Toren kam.“ Dieser Umstand habe Habenhausen laut Grieme „nach hinten raus das Genick gebrochen, „weil wir besonders in den ersten Minuten der zweiten Hälfte reihenweise die Bälle wegschmeißen und den gegnerischen Torhüter zum Weltmeister schießen.“

In der Auszeit „mussten die Jungs noch einmal ordentlich wachgerüttelt werden“, so Grieme, „von da an, haben wir vorne wieder mehr mit Konzept gespielt und auch unsere Abwehr stand wieder sicherer“. In der 54. Minute stellten die Gäste schließlich den Ausgleich her (29:29), ab dem Moment fehlte Grieme allerdings das Aufbäumen seiner Spieler gegen die drohende Niederlage. „Mir fehlte einfach dieser Jetzt-erst-recht-Moment“, verdeutlichte Grieme seine Kritik, „vielleicht hatten wir aber auch vorher bereits zu viele unserer Körner schon verschossen.“ Nachdem Horneburg den Vorsprung neuerlich auf drei Tore ausbauen konnte (33:30/59.), erlahmte die Gegenwehr des ATSV und mit hängenden Köpfen schlichen die Spieler nach der Schlusssirene vom Feld. „Niklas Kowalzik, Lukas Meier und unsere beiden Torhüter haben eine gute Leistung geboten“, fand Philipp Grieme einiges Positives und blickte trotz der unnötigen Niederlage und der brenzligen Tabellensituation dennoch zuversichtlich auf das kommende Heimspiel gegen die HSG Barnstorf/Diepholz II voraus (Sonntag, 1. März, 17 Uhr): „Dieses Spiel hat für uns bereits einen absoluten Endspiel-Charakter“, betonte der Trainer, „die Jungs müssen im Grunde aber einfach nur dort weiter machen, wo sie gegen Wilhelmshaven und Daverden aufgehört haben.“ Als momentan Vorletzter der Verbandsliga fehlen dem ATSV II derzeit lediglich zwei Punkte zum „rettenden Ufer“, bei insgesamt noch acht ausstehenden Partien ist der Klassenerhalt noch längst nicht abgeschrieben – allerdings sollte die Oberliga-Vertretung möglichst bald anfangen zu punkten.

ATSV Habenhausen II: Wilshusen, Kante; Gebhardt, Stüven, Walz, Marz (1), Rauer (2), Töbelmann (2), Schäfer (3), Klün (3), Rohländer (3), Schwarze (4), Kowalzik (5), Meier (9/7)

Verfasst von Christian Markwort und veröffentlicht am 27.02.2020 im Weser Kurier