Der abstiegsgefährdete Handball-Verbandsligist übernimmt nach dem 26:30 gegen die HSG Barnstorf/Diepholz II die rote Laterne

Bremen.Sieben Spieltage vor Ende der Saison in der Handball-Verbandsliga der Männer mussten die Spieler des ATSV Habenhausen II einen weiteren Rückschlag verkraften: Mit der 26:30 (11:12)-Heimniederlage gegen die HSG Barnstorf/Diepholz II stand nicht nur die mittlerweile fünfte Pleite in Folge zu Buche – auch der Klassenerhalt rückt bei lediglich noch sieben ausstehenden Partien in immer weitere Ferne. Angesichts des schweren Restprogramms für die Mannschaft von ATSV-Trainer Philipp Grieme wäre ein Erfolg gegen den Tabellenvorletzten eminent wichtig gewesen.

Doch während die Gäste um Top-Angreifer Mateusz Chylinski (sieben Tore) von Beginn an mit großer Leidenschaft zu Werke gingen und besonders in Torhüter Manuel Pauli einen exzellenten Rückhalt hinter sich wussten, enttäuschten die Hausherren um ihren besten Werfer Jan Häusler (acht Tore/drei Siebenmeter) auf ganzer Linie. „In der Halbzeit hatte ich absolut das Gefühl, dass wir das Ding noch holen können“, konstatierte Philipp Grieme nach Spielende, „mit Beginn der zweiten Halbzeit ging der Kampfgeist verloren.“ Dabei hatten auch die Gäste zunächst ebenfalls nur schwer ins Spiel gefunden.

Nach der ATSV-Führung durch Niklas Kowalzik entwickelte sich in der Anfangsphase ein ausgeglichenes Spiel mit ständig wechselnder Führung, in der elften Spielminute brachte Jeldrik Heemann die Gäste erstmals in Führung (5:4). Beim Stand von 10:11 aus Sicht der Gastgeber (24.) versuchte Philipp Grieme während einer Auszeit, sein Team wieder in die Spur zu bringen. Unmittelbar vor der Pausensirene vergab Lukas Meier die Möglichkeit, sein Team per Siebenmeter in Front zu bringen – und offenbarte damit sowohl die Schwäche der Hausherren als auch die Stärke der Gäste: Von insgesamt acht Strafwürfen der Oberliga-Vertretung parierte Manuel Pauli vier, mit unglaublichen 18 weiteren Paraden raubte der glänzend aufgelegte HSG-Keeper den verunsichert wirkenden Gastgebern letztlich den Nerv.

Nach Wiederanpfiff setzten sich die Gäste auf drei Tore ab (14:11/34.), Oberliga-Leihgabe Florian Honschopp erhöhte auf 16:12 und HSG-Spielertrainer Raul-Lucian Ferent traf zum 20:14 (44.). Nach dem Doppelpack von Chylinski zum 22:15 (47.) sah die HSG bereits wie der sichere Sieger aus, doch der ATSV gab sich nicht geschlagen und schien nach dem 21:23 durch Jan Häusler (54.) wieder in Schlagdistanz zu sein – der Erfolg blieb dennoch aus. „Wir bekommen 18 Gegentore alleine in der zweiten Halbzeit und das auch noch zu Hause“, haderte Grieme, „das funktioniert nicht, dagegen kann man nicht anrennen.“ Sein Team sei „in der zweiten Halbzeit zu schlecht gewesen, um gegen schlagbare Barnstorf zu bestehen“, lautete sein Fazit. 

ATSV Habenhausen II: Wilshusen, Kante; Walz, Lohmann, Wessling, Meier, Rohländer, Marz (1), Schwarze (1), Töbelmann (3/1), Rauer (3), Kowalzik (5), Schäfer (5), Häusler (8/3).

Verfasst von Christian Markwort und veröffentlicht am 05.03.2020 im Weser Kurier