Habenhausen siegt 28:24 im Oberliga-Derby und bleibt Erster

Bremen.Björn Wähmann bekam beim 28:24 (15:11)-Erfolg des ATSV Habenhausen im Weserbrücken-Derby gegen den HC Bremen den bequemsten Platz. Die Gastgeber stellten dem frisch am Oberschenkel operierten ATSV-Kapitän eine Physiotherapeutenbank zur Verfügung, damit er sich das Duell in der Oberliga mit den knapp 250 Zuschauern von der Tribüne aus im Liegen ansehen konnte.

„Es hat in mir gezuckt, am liebsten wäre ich selbst mit aufgelaufen“, gab er nach dem Ablauf der 60 intensiven Minuten zu. Seine Mannschaft richtete es auch ohne ihn, weil sie beim 18:17- und 20:19-Vorsprung eine vierminütige kritische Phase überstand. Beim 22:20 schweißten Lino Hintke und – sogar in Unterzahl – Lukas Feller das Spielgerät zum 24:20-Vorsprung ins Netz des starken HC-Torwarts Antonio Berdar (52.). Es war die Vorentscheidung, da half auch der Konter von Jan Ole Harting zum 22:24-Anschluss nicht. Für den HC-Linkshänder war es rund 15 Monate nach seiner Schulteroperation der erste Ballkontakt in einem Spiel, und der war prompt erfolgreich. „Im Derby ist das natürlich besonders geil“, strahlte er über sein achteinhalbminütiges Comeback. Seinem Einsatz ging jedoch eine Tragik voraus, da sich auf seiner Position der Rechtsaußen Sebastian Heller beim Treffer zum 21:24 ohne Gegnereinwirkung an der Achillessehne verletzte. „Hoffentlich ist es nichts Schlimmes“, sagte HC-Spielertrainer Marten Franke.

Nach dem Abpfiff genoss der ATSV Habenhausen das Geburtstagsbier, das der Rechtsaußen Felix Meier einen Tag nach seinem 26. Geburtstag spendierte. „Nach solch einem Sieg feiert man diesen doch auch entsprechend“, war der siebenfache Torschütze vergnügt. Der ATSV Habenhausen grüßt weiter von der Tabellenspitze, wenngleich auch weiterhin punktgleich mit dem TC Cloppenburg, der sein Topspiel zeitgleich gegen die HSG Delmenhorst gewann. „Wir besitzen das schwerere Restprogramm, haben aber alles in der eigenen Hand“, meinte der ATSV-Trainer Matthias Ruckh. Am 21. März kommt es in Cloppenburg zum großen Gipfeltreffen um das Aufstiegsticket zur dritten Liga.

HC Bremen: Berdar, Prieß; F. Fietze (2), Schröder (4), Schupp (4), Helbig, Franke (5), Grieme, Koppe (3), Harting (1), Heller (4), O. Fietze (1), Latacz, Timm

Habenhausen: Steffens, Sommerfeld; Ruthke (3), Fischer (1), Meier (7), J. Schluroff (7), L. Schluroff (3/1), M. Wähmann, Rojahn, Marien, Hintke (2), Ahrens, Müller, Feller (5)

Verfasst von Olaf Kowalzik und veröffentlicht am 09.03.2020 im Weser Kurier