Nach Saisonabbruch: Habenhauser Handballer steigen in die 3. Liga auf

Hauchdünn: Weil der direkte Vergleich den Ausschlag gab, dürfen die Habenhauser in die 3. Liga zurückkehren. Die Aufstiegsparty stieg dabei per Videochat. 

Am Ende war es ein komfortabler Sieg. Mit 33:27 gewannen die Handballer des ATSV Habenhausen im November das Spitzenspiel gegen den TV Cloppenburg. Wie wichtig diese Partie sein würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt aber noch niemand. Jetzt entschied sie über nichts weniger als den ersehnten Aufstieg in die 3. Liga.

Mit den Cloppenburgern lieferten sich die Bremer dabei in der Oberliga Nordsee ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit einem Punkteverhältnis von 33:7 lagen beide an der Tabellenspitze. Dann kam die Corona-Krise und der vorzeitige Abbruch der Saison. Jubeln dürfen jetzt aber nur die Bremer. Dank des gewonnenen direkten Vergleichs haben sie die Nase vorn und dürfen aufsteigen.

Aufstiegsparty per Videochat

Davon erfahren haben die Habenhauser in der vergangenen Woche. Und viel besser hätte das Timing nicht sein können. Einmal pro Woche treffen sich die Spieler per Videochat. Zunächst wird gemeinsam vor der Kamera trainiert, anschließend noch ein wenig miteinander gesprochen. Kabinenzeit mal anders. Mitten in die Session am vergangenen Mittwoch platzte dann die Nachricht, dass sie aufsteigen dürfen. Spontan legten die Spieler eine kleine Aufstiegsparty ein, wie Trainer Matthias Ruckh erzählt.

„Der eine oder andere hatte sowieso ein Bierchen in der Hand. Andere vielleicht eine Cola. Da ist dann doch schnell auf Gin und anderes umgestellt worden. Wir haben versucht, eine kleine Aufstiegsfeier zu machen. Aber das ist über einen Chat natürlich schwierig.“

Matthias Ruckh, Trainer der ATSV Habenhausen

Ruckh: „Wir sehen uns als die Handball-Mannschaft für Bremen“

Für die 3. Liga sieht Ruckh den ATSV dabei gut aufgestellt. Nach dem Abstieg vor zwei Jahren habe der Klub das Umfeld verbessert, den Kader breiter aufgestellt und auch das Training noch stärker professionalisiert. Die ersten Früchte ihrer Arbeit konnten die Habenhauser bereits im vergangenen Jahr ernten. Da feierten sie den größten Erfolg der Vereinsgeschichte und gewannen den DHB-Amateur-Pokal. Anschließend durften sie im DHB-Pokal in der Bremer Stadthalle gegen den Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf spielen und schlugen sich beim 25:42 achtbar.

Das soll es aber noch nicht gewesen sein. In Habenhausen haben sie noch einiges vor. „Wir wollen wieder ein starkes Bremer Team sein. Wir sehen uns als den ATSV Habenhausen, wir sehen uns aber auch als die Handball-Mannschaft für Bremen“, sagt Ruckh. Und mit dem Aufstieg in die 3. Liga hat der Klub ohne Zweifel einen wichtigen Schritt getan, um dem Handball in Bremen neuen Schwung zu verleihen. 

Veröffentlicht bei Buten un Binnen Sportblitz am 20.April 2020. Bericht von Dino Bernabeo