Landesliga-Handballerinnen verstärken sich mit A-Jugendlichen – Kooperation mit zweitem Team

Bremen. Als die Saison in der Handball-Landesliga der Frauen wegen der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen werden musste, stand die Mannschaft von Lars Röwer auf dem dritten Tabellenplatz und hatte angesichts der lediglich drei Punkte Rückstand auf Tabellenführer SV Werder Bremen III und der zu diesem Zeitpunkt noch sechs ausstehenden Spiele durchaus die Möglichkeit, in die Oberliga aufzusteigen. „Das war schon bitter“, bilanziert der ATSV-Trainer, „aber auch wenn wir es in dieser Saison nicht geschafft hätten, war es eine super Vorstellung der Spielerinnen.“ Schließlich hatte Röwer das Team nach internen Querelen im vergangenen Jahr zunächst abgeben müssen, um es dann nach einer Einigung vor Beginn der nun abgebrochenen Spielzeit doch wieder zu übernehmen – und schließlich zu einem Aufstiegsaspiranten zu formen.

Seit Kurzem trainiert das Team nun wieder. In Kleingruppen geht es zum Konditionstraining allerdings erst einmal nur auf den Sportplatz. „In die Halle gehen wir erst, wenn das Risiko überschaubar ist“, begründet Röwer die Vorsichtsmaßnahme, „bis dahin wollen wir möglichst jede Gefahr einer Ansteckung vermeiden.“ Gemeinsam mit Co-Trainerin Lara Wähmann leitet Röwer das Training in zwei Gruppen, neben der ersten Mannschaft stehen zudem mehrere Spielerinnen au der zweiten Mannschaft auf dem Platz. „Wir werden zukünftig eng miteinander kooperieren“, erläutert Röwer, „dazu setzen wir in der neuen Saison auch einige A-Jugendliche ein.“

Derzeit stehen Lars Röwer und Lara Wähmann 22 Spielerinnen zur Verfügung, mit Katharina Warnke (Pause) und Saskia Sies (beruflich) hat das Team bislang lediglich zwei Abgänge zu verzeichnen. „Die Mannschaft hat sich gefunden“, ist Röwer überzeugt, „deshalb sind derzeit keine externen Zugänge geplant.“ Stattdessen setzen Röwer und Wähmann verstärkt auf den Nachwuchs und ziehen drei A-Jugendliche hoch: Mit Celine Kass hofft das ATSV-Trainergespann auf Verstärkung im Rückraum, die 18-Jährige trainiert zudem noch Jugendmannschaften und kennt die Strukturen in Habenhausen bestens.

Dazu verstärkt die ebenfalls 18-jährige Paula Rux das Team am Kreis, ebenso wollen Röwer und Wähmann die gleichfalls 18-jährige Lynn-Marie Schade behutsam an die erste Mannschaft heranführen – auch sie kennt sich als Nachwuchstrainerin beim ATSV bereits sehr gut aus. „Alle drei werden in der Vorbereitung genügend Gelegenheit bekommen, sich unter Beweis zu stellen“, erklärt Röwer, der von der Qualität der drei Neuen überzeugt ist. „Sie haben bei uns in der Vergangenheit ja bereits das eine oder andere Mal ausgeholfen“, sagt er, „den Sprung vom Juniorenbereich zu den Erwachsenen traue ich ihnen ohne weiteres zu.“ Eine feste Rollenverteilung schwebt Röwer noch nicht vor, „das wird die Mannschaft in Eigenregie in den kommenden Wochen entscheiden.“

Wann es mit der neuen Saison losgeht, kann Röwer nur ahnen, mit dem ursprünglich geplanten Start am 12. September rechnet er jedenfalls nicht. „Das wird sich vermutlich erst in zweieinhalb Wochen entscheiden“, meint Röwer, „aufgrund der jetzigen Entwicklung rechne ich allerdings nicht vor Oktober mit dem Auftakt.“ Ein Saisonziel auszusprechen, sei deshalb noch schwierig, so Röwer, „für uns steht die kontinuierliche Entwicklung der Spielerinnen zunächst im Vordergrund“. Angesichts der gezeigten Leistungen der vergangenen Spielzeit sei ein Platz im gesicherten Mittelfeld das primäre Ziel, „der Blick geht dabei aber klar nach oben“, zeigt sich Röwer durchaus optimistisch.

ATSV Habenhausen: Kass, Rux, Schade, Töbelmann, Petersen, Buschmann, Sünkenberg, Guroll, Pauly, Rathmann, Zumpe, Stegemann, Bergen, L. Burwinkel, A. Buwinkel, Langer, Schiege, Gasiorek, Stephan, Koconrek, Warfelmann. Trainer: Lars Röwer und Lara Wähmann.

Veröffentlicht im Sportteil des Stadtteil- Kurier Links der Weser am 22.Juni.2020. Geschrieben von Christian Markwort