ATSV will Fahrstuhl unbedingt stoppen

Habenhausen Sie lieferten sich ein heißes Duell um die Meisterschaft in der Handball-Oberliga – es kam aber coronabedingt nicht mehr zu wohl entscheidenden Duell zwischen dem Gastgeber TV Cloppenburg und dem ATSV Habenhausen um die Meisterschaft. Die Schützlinge von Trainer Matthias Ruckh zogen dank des besseren Torverhältnisses als Meister direkt, der TVC einige Wochen später als bester Zweitplatzierter in die Dritte Liga Nord-West ein.

Für Habenhausen keine ungewohnte Umgebung, spielten und spielen sie zwischen den Jahren 2013 und nun 2020 vier Mal in der Dritten Liga, stiegen prompt ab und wieder auf. Das Stehaufmännchen will das Prädikat Fahrstuhlmannschaft endlich abgeben und mittelfristig sogar in Richtung zweiten Liga blicken.

„Wir haben eine zwar lange, aber gut gelaufene Vorbereitung konzentriert hinter uns gebracht – ohne Verletzungen“, wie Ruckh betont, der pünktlich zu Saisonbeginn ersten Ausfälle beklagte. Janik Schluroff (Schlüsselbeinbruch), Torwart René Steffens (Bandscheibenvorfall) fallen mehrere Monate aus. So wurde kurzfristig mit Rafat Grzybowski ein 30-jähriger Keeper vom Drittligisten TV Willstätt verpflichtet. Neuzugang Dennis Summa, Rückraum-Allrounder, plagen Schulterprobleme, so dass der 19-jährige Neuzugang Bjarne Budelmannauf der Mitteposition in Baunatal durchspielte. „Er hat das klasse gemacht, auch wenn wir nach dem Auftakt beim übermächtigen VfL Eintracht Hagen ein zweites Mal verloren haben“, zeigt sich Ruckh sehr zufrieden mit den Neuzugängen. Die schwierige Lage wurde so gut kompensiert, dass Heimspiele gegen das Team HandbALL Lippe II (22:16), die Ahlener SG (32:28) und die ESG Gensungen/Felsberg (26:22) gewonnen wurden. Platz sechs, der ATSV wäre für die erste Runde im DHB-Pokal qualifiziert, sei nur eine Momentaufnahme, es gäbe noch reichlich Verbesserungspotenzial.

„27 Gegentreffer beim übermächtigen VfL ist in Ordnung, wie unsere Abwehr zurzeit sehr gut arbeitet. Aber 14 Tore erzielt, ist zu wenig. Wir lassen zu viel liegen, was brutal ausgenutzt wird“, sagt Ruckh, der etwa zehn Teams auf einem Level sieht im Kampf um den Klassenerhalt. Nach welchem Modus der ausgespielt wird, entscheidet sich, wenn Mitte November alle Drittligisten befragt worden sind.

Sollte erst im Januar wieder gespielt werden, findet Ruckh eine Hinrunde mit anschließender Relegation als gute Alternative. Zumindest den Status des Profitums haben die Drittligisten vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) nun erhalten, so dass der Zugang zu Sportstätten für diese Vereine von den zuständigen Behörden im November zu ermöglichen sei.

Artikel von der NWZ Online

Geschrieben von Jürgen Schultjan, veröffentlicht am 05.November.2020