Pause bis zum Januar

Aussetzung statt Abbruch: Der ATSV Habenhausen ist froh, dass es eine einheitliche Regelung gibt, wie es in der dritten Handball-Liga weitergehen soll. Der Ligabetrieb ruht bis voraussichtlich 9. Januar.

Jetzt herrscht Klarheit. Zumindest so viel Klarheit, wie in diesen lausigen Corona-Zeiten herrschen kann. Der Handball-Spielbetrieb in den 3. Liga sowie in den Jugend-Bundesligen wird ausgesetzt und im Januar fortgeführt. Anvisiert dafür: das Wochenende 9./10. Januar. So hat es der Deutsche Handball-Bund (DHB) am Mittwoch verkündet. Bislang hatte eine Aussetzung des Spielbetriebs nur bis zu diesem Sonntag Gültigkeit. Auch für Bremer Mannschaften ist die Regelung relevant: die Männer des ATSV Habenhausen spielen in der 3. Liga, der HC Bremen ist in der männlichen Jugend-Bundesliga vertreten. Der SV Werder spielt auch in der Jugend-Bundesliga, und zwar in der weiblichen, war dort aber im Oktober in der Vorrunde ausgeschieden. 

Handball in Habenhausen: Bis mindestens zum Januar wird nur trainiert statt um Punkte gespielt.

„Für uns war es wichtig“, sagt Matthias Ruckh, Trainer des ATSV, „dass eine einheitliche Entscheidung gefällt und die Saison nicht abgebrochen wurde.“ Zu viele Leute hätten zu viel Energie ins Zustandekommen von Liga-Spielen unter Pandemie-Bedingungen gesteckt, um jetzt alles in den Mülleimer der Statistik zu kippen. Habenhausen war als Aufsteiger respektabel gestartet und hatte in der Staffel Nord-West, einer der vier dritten Ligen, immerhin bei zwei Niederlagen dreimal gewonnen. Man wolle jetzt das Training  drosseln, von vier auf zwei Einheiten pro Woche gehen, um ab Dezember wieder intensiver zu arbeiten. In einer Art zweiter Saisonvorbereitung. Die Erlaubnis zum Mannschaftstraining hat der ATSV.

Mit dieser Erlaubnis ist es in der 3. Liga so eine Sache. Manche haben sie, manche nicht. Das zählte zu den zentralen Punkten während einer Videokonferenz, zu der der DHB  seine 131 Drittligisten eingeladen hatte. 72 bei den Männern, 59 bei den Frauen. Ein Drittel davon darf derzeit nicht trainieren. Ungefähr die Hälfte aller Vereine wäre es, die den Spielbetrieb auch ohne Zuschauer momentan nicht wieder aufnehmen dürfte. Ähnliches gelte für die Jugend-Liga, heißt es. Während für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) Drittligisten in dieser speziellen Corona-Bewertung als Profisportler gelten und also trainieren dürften, legen es die Landesbehörden mal so, mal so aus. Haben die Spieler Verträge, wie viele von ihnen, verdienen sie ihren Lebensunterhalt damit, und so weiter? In Bremen folgt man derzeit weitgehend der DOSB-Definition und erteilt Ausnahmegenehmigungen. „Rheinland-Pfalz hat zum Beispiel gesagt, dass im Moment gar nichts geht“, sagt Matthias Ruckh, der an der knapp zweistündigen Mammutkonferenz teilgenommen hatte.

Auf der Konferenz sind den Vereinen vom Verband verschiedene Modelle vorgestellt worden, wie es ab dem Januar weitergehen könnte. Dabei geht es zunächst um drei Varianten. In Variante I würde die angefangene Hinrunde inklusive all der ausgefallenen und nachzuholenden Spiele bis Mitte, Ende Mai dauern. Für den ATSV wären das bei 17 Gegnern in der Liga noch zwölf Spiele. Andere müssten noch 14-mal oder sogar 16-mal spielen. Die fertige Hinrunde wäre dann die Abschlusstabelle der Saison 2020/2021. Der Meister würde mit den drei anderen Drittliga-Meistern um den Aufstieg spielen, die jeweils vier Letzten würden absteigen. Variante II: Die Hinrunde endet bereits Ende April. Anschließend könnten eine verkürzte Rückrunde auf drei Gruppen aufgeteilt werden: Erster bis Sechster, Siebter bis Zwölfter, 13. bis 18. In Variante drei würden nach der Hinrunde staffelübergreifend Play-offs gespielt werden.

Die Vereine sind nun aufgefordert, dem DHB zeitnah ihre Präferenz für ein Spielsystem zur Saisonfortsetzung zukommen zu lassen. Im Dezember soll eine weitere Großkonferenz mit den Vereinsvertretern folgen. Ein Punkt könnte dann erneut das Thema Corona-Tests sein. Aktuelle Beschlusslage, so berichtet es Matthias Ruckh: Sollten in einem der Bundesländer in der Corona-Verordnung Tests vorgeschrieben sein als Voraussetzung für einen genehmigten Spielbetrieb,  würde ein einheitliches Testverfahren für alle Mannschaften angewandt werden. Ruckh würde dabei für die Schnelltestvariante vor den Spielen plädieren, die den Verein im Lauf der Saison grob überschlagen noch einmal 2000 Euro zusätzlich kosten könnten. Die Kosten kämen auch noch hinzu zur aktuellen Etatrechnung, in der die Zuschauereinnahmen wegfallen. Immerhin: Für eine Art Teilerstattung konnte der ATSV im Oktober einen Hilfsantrag beim Bundesverwaltungsamt des Innenministeriums stellen. Geld ist allerdings noch nicht geflossen. Marc Fröhlich, Geschäftsführer der Habenhausener Sportmarketing GmbH, sagt:  „Der Antrag ist noch in Bearbeitung.“

Bericht aus dem Weser Kurier

Veröffentlicht im Weser Kurier am 12.November.2020. Geschrieben von Olaf Dorow.