ATSV Habenhausen lässt zu viele Chancen aus

Nach dem ersten Spiel ist das Krankenlager des Drittliga-Aufsteigers übervoll. Am Sonnabend gegen Handball Lippe II fehlen in eigener Halle gleich vier Akteure. Und wegen Corona wird ohne Zuschauer gespielt.

Der Drittligist hält mit dem Zweitligisten TSV Bayer Dormagen gut mit, doch eine schwache Wurfausbeute, eine Verletzung von Björn Wähmann und eine Rote Karte für Julian Kragesteen führen zur 24:27-Niederlage.

Der Traum von einem Pflichtspiel gegen einen Bundesligisten ist für den ATSV Habenhausen für die Saison 2021/22 ausgeträumt. Der Drittligist verpasste in der ersten Runde des deutschen Handball-Pokalwettbewerbs gegen den Zweitligisten TSV Bayer Dormagen die erhoffte Überraschung und verlor mit 24:27 (8:10). „Ich bin schon enttäuscht, denn wir hatten die Chance aufs Weiterkommen“, resümierte ATSV-Trainer Matthias Ruckh mit heiserer Stimme. Da erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit Zuschauer wieder zugelassen waren und die 200 Habenhauser Fans ordentlich Lärm machten, waren auch die Trainer hinsichtlich ihrer Anweisungen stärker gefordert als in den vergangenen Monaten.

„Der Mannschaft hat das Spielen vor Publikum über die Niederlage hinweggeholfen“, sagte Ruckh. Für sie sei es ein tolles Erlebnis gewesen. Doch auch in sportlicher Hinsicht hilft der letztlich erfolglose Pokalauftritt dem ATSV weiter. „Es war ein richtiger Härtetest vor dem anstehenden Punktspielstart“, sagte Ruckh. Zufrieden stellte er fest, dass sein Team sich auch gegen einen klassenhöheren Gegner gut aus der Affäre ziehen kann.

Mit ein bisschen mehr Glück und vor allem mit mehr Effizienz im Abschluss hätten die Bremer den Gästen den Schneid abkaufen können. Schon die Siebenmeterbilanz sprach klar gegen den ATSV: Während er nur einen von vier verwandelte, nutzte Bayer vier von vier. „Und von den sechs frei vergebenen Würfen vor der Pause müssen wir ebenfalls mehr nutzen“, sagte Matthias Ruckh. Zudem erhielt Julian Kragesteen in der 36. Minute nach einem Foul die Rote Karte – gerade zu dem Zeitpunkt, als Björn Wähmann wegen einer Platzwunde behandelt werden musste. Damit fielen beim ATSV zeitgleich zwei Abwehrstützen aus, was Dormagen nutzte, um entscheidend auf 21:15 (44.) davonzuziehen. Was der ATSV zu leisten imstande ist, hatte er nach dem schnellen 1:5 (9.) gezeigt, als er nach einer starken Defensivleistung in der 25. Minute zum ersten – und einzigen – Mal beim 8:7 die Führung übernahm.

ATSV Habenhausen: Sommerfeld, Berdar; Fischer, B. Wähmann (2), Budelmann (5/1), Meier (4), J. Schluroff, L. Schluroff (3), M. Wähmann, Rojahn, Hintke (6), Ahrens, Feller (2), Marien (1), Kragesteen (1)

Spielbericht aus dem Weser Kurier

Veröffentlicht im Weser Kurier am 30.August.2021. Geschrieben von Jörg Niemeyer.