Erste Niederlage für Habenhausen

ATSV kassierte in der Schlussphase eine unnötige 28:29-Niederlage. Ruckh-Team mit 22 Fehlwürfen. Der Trainer: „Wir sind an uns selbst gescheitert.“

Wenn Matthias Ruckh vor der Saison 6:2 Punkte nach den ersten vier Spielen prophezeit worden wären, der Trainer des ATSV Habenhausen hätte ganz sicher keinen Einspruch erhoben. Doch als die Partie gegen die Ahlener SG abgepfiffen wurde und der ATSV mit genau 6:2 Punkten in der Tabelle auf Rang zwei stand, da war Ruckh dann doch nicht mehr so ganz zufrieden. „Am Ende lief es richtig blöd“, erklärte der Trainer. Denn trotz ständiger Führung gab es gegen Ahlen eine unglückliche 28:29 (16:13)-Niederlage. Eine Niederlage, die allerdings absolut vermeidbar gewesen wäre.

Ruckh hatte schnell die Gründe für die erste Pleite in dieser Saison parat. „Wir hatten 22 Fehlwürfe, das geht natürlich nicht“, fand er. Und als wäre diese Quote nicht schon schlimm genug, legte er gleich eine zweite Zahl nach. „Insgesamt waren da sogar 14 Würfe dabei, die wir frei vor dem gegnerischen Tor vergeben haben.“ Eine Fehlwurf-Quote, die den Trainer zwar nicht außer Rand und Band brachte, aber zumindest zum Haare raufen war. 

Taktisch hatte seine Mannschaft lange Zeit alle Vorgaben des Trainers umgesetzt. Ahlen hatte von der ersten Minute an Bjarne Budelmann in Manndeckung genommen, Ruckh setzte fortan im Angriff einen siebten Feldspieler ein und Torwart Daniel Sommerfeld auf die Bank. „Da hatten wir das Spiel eigentlich gut im Griff“, fand Ruckh. Als Felix Meier in der 14. Spielminute das 9:4 gelang, deutete nicht viel daraufhin, dass die Gäste später als Sieger die Hinni-Schwenker-Halle verlassen sollten. Doch schon zu diesem Zeitpunkt verpasste es der ATSV, die Führung konsequent auszubauen. Am Ende der ersten Halbzeit hatte der Trainer bereits elf Fehlwürfe notiert. „Wenn wir mit dem Pausenpfiff 20:13 führen, wäre das eigentlich normal gewesen.“ Aber dann war es eben nur ein 16:13. 

Und so blieben die Gäste auch in der zweiten Halbzeit im Spiel, verkürzten den Vorsprung immer wieder auf ein Tor und gingen in der 57. Minute durch David Spiekermann beim 27:26 erstmals im Spiel in Führung. Was dann passierte, fasste Matthias Ruckh später so zusammen: „Wir sind durch die vielen Fehlwürfe immer nervöser geworden und haben das Spiel dann in den letzten Minuten aus der Hand gegeben.“ Budelmann glich eine Minute vor dem Abpfiff zwar nochmal zum 28:28 aus, aber der erneuten Gäste-Führung durch David Wiencek hatte der ATSV dann nichts mehr zu entgegnen.

Für Ruckh eine ärgerliche Niederlage.“Wir haben ja nicht verloren, weil der Gegner besser war. Wir sind an uns selbst gescheitert.“ Trotzdem wollte der Coach nicht zu hart mit seiner Mannschaft ins Gericht gehen. „Die Saison läuft ja bei uns, der Saisonstart ist nach wie vor absolut positiv.“ Natürlich werde er das Thema Fehlwürfe in der kommenden Woche im Training ansprechen, „aber das ist ja nichts, was man so einfach abstellen kann“. Er hätte sich gewünscht, dass sich seine Spieler im Abschluss mehr am gegnerischen Torwart orientieren, „aber das war so ein Spiel, in dem vor dem Tor einfach nicht viel lief.“

Mit anderen Worten: abhaken und auf das nächste Spiel vorbereiten. Am kommenden Sonnabend geht es gegen das noch punktlose Team Lit. „Und wenn wir das gewinnen und dann 8:2 Punkte haben, ist die Welt wieder in Ordnung“, sagte Ruckh. Am Ende der Saison will der ATSV mindestens Platz sechs holen.

ATSV Habenhausen: Sommerfeld, Berdar; Fischer (1), M. Wähmann (3), Budelmann (3/2), Meier (7), J. Schluroff, L. Schluroff (3), W. Wähmann, Rojahn, Kragesteen (2), Hintke (2), Ahrens, Roed, Feller (5).

Spielbericht aus dem Weser Kurier

Veröffentlicht im Weser Kurier am 09.Oktober.2020. Geschrieben von Jörg Niemeyer.