Mit Tempo zum vierten Punkt

Saisonstart geglückt: Handball-Drittligist ATSV Habenhausen hat auch sein erstes Heimspiel der Saison gewonnen. Das 28:26 gegen die TSG A-H Bielefeld könnte in mehrfacher Hinsicht sehr wertvoll werden.

Wie wertvoll der Sieg gegen die TSG A-H Bielefeld letztlich sein wird, lässt sich noch nicht sagen. Dass er fast wertlos war, kann man jedoch jetzt schon ausschließen. Handball-Drittligist ATSV Habenhausen hat nach dem Auswärtssieg in Lippe auch sein erstes Heimspiel gewonnen. Das 28:26 bringt den vierten von vier Punkten und wirkt perspektivisch schon mal in zwei Richtungen. In der zwölf Teams umfassenden Staffel B muss man Erster oder Zweiter werden, um an der Aufstiegsrunde teilzunehmen, muss man mindestens Sechster werden, um Klassenerhalt und Ligapokal zu bekommen. Schafft man das nicht, kommt man in eine Abstiegsrunde mit Gegnern aus anderen Staffeln und nimmt die Punkte aus den Duellen mit Gegnern mit, die auch in diese Runde gehen.

So gesehen helfen die vier Bremer Punkte zum Saisonstart enorm. Lippe und Bielefeld zählen nach Einschätzung von ATSV-Trainer Matthias Ruckh in der relativ ausgeglichenen Staffel eher zu jenen Mannschaften, die in der unteren Hälfte landen könnten. Da lesen sich die Siege schon mal gut. Der ATSV rennt jetzt nicht von Beginn an machbaren, aber fehlenden Zählern hinterher. Und sollte er doch in die Abstiegsrunde rutschen, hätte er womöglich schon mal etwas auf dem Konto.

Abgesehen von den eher rechnerischen Überlegungen hat der knappe Erfolg gegen Bielefeld wohl auch eine Wirkung in Richtung Standing und Gruppendynamik entfalten können. Seine Spieler, sagt Matthias Ruckh, hätten noch einmal klar vor Augen geführt bekommen, dass es in der Liga nur etwas wird, wenn der Fokus durchgehend hochgehalten wird. Mitte der zweiten Halbzeit habe der Gegner einen ATSV-Durchhänger genutzt und sei mit 19:18 erstmals an Habenhausen vorbeigezogen. Das Spiel drohte zu kippen.

Doch der ATSV, angefeuert von den rund 200 zugelassenen Zuschauern, fand zurück in den Fokus-Modus. „Wir haben die Fehlerquote klein gehalten und unser Tempospiel forcieren können“, lobte der Trainer. Gegen die mächtige Körperkraft, die Bielefeld gerade in der Kreismitte aufs Parkett brachte, sei vor allem dieses schnelle Spiel ein Erfolgsfaktor gewesen. Zudem habe sich der ATSV erneut auf eine stabile Abwehr und einen zuverlässigen Torwart Daniel Sommerfeld verlassen können. Im Angriff trumpfte erneut Bjarne Budelmann groß auf. Am Sonnabend empfangen die Bremer den Wilhelmshavener HV, der zu den stärksten Teams der Staffel B gerechnet wird.

ATSV: Sommerfeld – Budelmann (10 Tore, davon 1 Siebenmeter), Kragesteen (6), L. Schluroff (4), Roed (3), B. Wähmann (2), Feller (2), Meier (1)

Spielbericht aus dem Weser Kurier

Veröffentlicht im Weser Kurier am 12.September.2021. Geschrieben von Olaf Dorow.