Spitzenduell in der Bezirksoberliga West

Es wurde das erwartet spannende Match, als der Tabellenführer der Bezirksoberliga West, die SG Aumund-Vegesack, zu Gast war beim ATSV Habenhausen II. Hochklassiges Tischtennis mit hart umkämpften Ballwechseln prägten das Spiel. Weiterlesen

Bremer Fußball-Verband: Vom eFootball auf den Rasen

Der Bremer Fußball-Verband hat das Projekt „eFootball im Jugendsport“ gestartet – und neun Vereine machen mit. Jeder Klub erhält als Ausrüstung eine Playstation, zwei Bildschirme und vier Controller.

Manchmal erscheint alles so einfach. „Jetzt ist die Sportsenatorin da, und deshalb erübrigt sich die Frage, ob eFootball ein Sport ist“, sagte Björn Fecker. Die rund 30 Besucher im Multisaal des Bremer Fußball-Verbandes quittierten die Feststellung mit einem Lachen – und auch die angesprochene Anja Stahmann musste schmunzeln. Aber sie weiß es, und der BFV-Präsident weiß es auch: So einfach liegt die Sache dann doch nicht. Ob eFootball – und all die anderen Games, die vorwiegend Kinder und Jugendliche am Computer oder der Konsole spielen – tatsächlich als Sport zu qualifizieren ist, darüber wird heftig gestritten. Der Deutsche Olympische Sportbund hat bereits beschlossen, dass es sich beim rein virtuellen Spiel nicht um einen Sport handelt.

Der Deutsche Fußball-Bund nimmt zum eFootball keine klare Haltung ein. Er „laviert herum“, wie Björn Fecker einräumte. Also dürfte auch zukünftig noch lebhaft diskutiert werden. Allerdings: Um die Frage, ob es sich um einen Sport handelt, geht es eigentlich schon lange nicht mehr. „Das ist eine Bewegung, die gerade stattfindet, und da stellt sich nur die Frage: Ist man ein Teil davon oder nicht“, betonte Fecker. Sein Verband hat diese Frage vor geraumer Zeit positiv beantwortet – und auch deshalb gab es diesen Abend, die Kick-off-Veranstaltung des Pilotprojekts „eFootball im Jugendsport“.

Was ein bisschen sperrig klingt, ist eigentlich eine ganz simple Angelegenheit: Der BFV hatte seine 84 Vereine vor einiger Zeit zur Teilnahme am Projekt eingeladen. Geboten wurden eine Playstation, zwei Bildschirme, vier Controller und – damit auch der analogen Welt genüge getan wird – zwei Minitore für das ganz normale Fußballspielen an der frischen Luft. Man kann sich gut vorstellen, dass wohl relativ viele Vereine eine Verwendung für eine derartige Ausrüstung, das Starter-Kit, gehabt hätten. Aber einfach so kamen sie nicht an die Sachen. Denn Voraussetzung für die Teilnahme am Projekt war eine Art Konzept – der BFV wollte schon wissen, wie sich die Bewerber ihre eFootball-Abteilung in etwa vorstellen. Das muss ziemlich viele Vereine abgeschreckt haben. Am Ende nahmen jedenfalls nur neun Klubs am Kick-Off teil, obwohl allein zehn Plätze zur Verfügung gestanden hätten.

Raus aus dem Kinderzimmer

„Wir waren sehr überrascht, denn wir dachten, sie rennen uns die Türen ein“, sagt Jurij Zigon, Jugendobmann des BFV. Über die Qualität der Initiative muss das überschaubare Interesse aber nichts aussagen. Im Gegenteil. Die Beteiligten zeigten sich jedenfalls überzeugt vom Konzept – und es sind eine ganze Menge beteiligt an „eFootball im Jugendsport“. Neben dem BFV etwa die AOK, die einen wesentlichen Teil der Kosten von rund 40 000 Euro beisteuert. „Auch wir haben diskutiert, denn eigentlich müssen wir die Jugendlichen ja vom Computer weg kriegen“, meinte Alexey Dietz, Vertreter der „Gesundheitskasse“. Letztlich sei man bei der AOK aber zu dem Ergebnis gekommen, das „Thema anzugehen“. Schließlich würde ein erfolgreicher eFootballer nicht auf körperliche Fitness verzichten können. „Sie machen genauso viel offline wie online“, so Dietz. Nur in einem gesunden Körper wohnt ein guter Gamer, soll das heißen.

Ein Ansatz, den auch Cornelia Holsten verfolgt. „Es ist bekannt, dass bessere Fußballer auch bessere eFootball-Spieler sind“, sagt die Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt. Von dort wird das Projekt nun ebenfalls unterstützt. Aber das passt ja auch: Eine Konsole ist am Ende nichts anderes als ein Medium. Insofern geht es beim Daddeln auch um Medienkompetenz, um eine „sinnvolle Nutzung“, wie Cornelia Holsten unterstreicht. Die Landesmedienanstalt zählt zu den Begleitern, die Bremer Sportjugend (BSJ) neben dem BFV sogar zur treibenden Kraft. „Wir wollen uns für die Jugendlichen einsetzen und ihnen eine Perspektive geben, also müssen wir sie dort abholen, wo sie sind“, sagt Bernd Giesecke, Vorsitzender der BSJ.

Es geht also um den Weg vom virtuellen Champions-League-Duell im eigenen Jugendzimmer zum Verein – wo dann auf Klubebene weitergespielt wird. Das beschreibt den wohl wichtigsten Hintergrund des Projekts: Sind die Kinder und Jugendlichen nämlich erst einmal im Verein aktiv, dann ist der Weg zum richtigen Sport, also einer mit echten Bewegungen verbundenen Tätigkeit, nicht mehr weit. „Wir müssen die Kinder erst aus dem Kinderzimmer kriegen und dann zur Bewegung“, bestätigt Alexander Svoboda aus dem Vorstand des ATSV Habenhausen. Der Verein zählt neben dem FC Union 60, ATS Buntentor, dem Bremer SV, dem Habenhauser FV, Eiche Horn, der SG Marßel, dem SC Lehe-Spaden und dem JFV Weyhe-Stuhr zu den Teilnehmern – obwohl er über gar keine analoge Fußballabteilung verfügt. Beim ATSV würde der Nachwuchs also in eine der zahlreichen anderen Abteilungen gelockt werden. Wenn er denn erst einmal Teil des Vereins ist.

„Die Kinder und Jugendlichen müssen über die Schwelle kommen“, sagt Anja Stahmann. Sie ist überzeugt vom eingeschlagenen Weg, glaubt fest an eine effektive Verbindung von digitaler und analoger Sportwelt. Irgendwann wird dann vielleicht nicht mehr über die Einordnung von eSport gestritten. Die ersten Schritte sind ja gemacht. „Zunächst hatte sich dieses Projekt in der Sportdeputation auch nicht jedem erschlossen“, sagt die Senatorin.

Zur Sache

Führungsspieler als Ideengeber

Es gab eine ganze Menge interessanter Reden zum Start von „eFootball im Jugendsport“. Eine ragte allerdings noch etwas heraus: die von Sönke Löhmann, Mitglied des Verbandsjugendausschusses, verantwortlich für das Projekt und 22 Jahre alt. Gerade selbst erst dem Jugendalter entwachsen, überzeugte Löhmann mit einer fachkundigen Einführung. Dabei unterstrich er, um was es auch geht in den kommenden Monaten: „Wir müssen mit den Jugendlichen reden und nicht über sie.“

Nicht ganz zufällig stammt auch die eigentliche Idee für „eFootball im Jugendsport“ aus den Reihen der aktiven Juniorenkicker. Geboren wurde sie nämlich im Rahmen der „Führungsspieler-Treffs“, die seit einigen Jahren vom Verbandsjugendausschuss veranstaltet werden. Unter der Leitung von Sönke Löhmann wird das Projekt nun durch zahlreiche Maßnahmen wie regelmäßige Treffen zum Erfahrungsaustausch, Schulungen im Umgang mit dem Spiel oder auch Elternabende begleitet. Durchgeführt werden diese von der Bremer Sportjugend, die anderen Träger unterstützen sie dabei, und die Hochschule Bremen wird das Projekt evaluieren, also eine Bewertung vornehmen.

 

Weser-Kurier vom 06.10.2019 von Stefan Freye

eSport – Auftaktveranstaltung „eFootball im Jugendsport“

Der ATSV Habenhausen beteiligt sich an einem Pilotprojekt unter der Federführung der Bremer Sportjugend und dem Bremer Fussball-Verband.

 

Der Bremer Fußball-Verband (BFV) und die Bremer Sportjugend (BSJ) haben mit Unterstützung der AOK Bremen/Bremerhaven das Projekt „eFootball im Jugendsport“ gestartet. Im Rahmen der Kick Off-Veranstaltung bekamen insgesamt neun Vereine eine technische Grundausstattung überreicht.

Mit dem Pilotprojekt geben der BFV und die BSJ den teilnehmenden Clubs durch die Integration von eFootball als Regelangebot im Verein die Möglichkeit, das Vereinsleben auf eine moderne Art und Weise aufzuwerten. „Wir geben den Vereinen ein modernes Werkzeug an die Hand, mit dem Mitglieder gewonnen oder gehalten werden können“, erläuterte der Projektverantwortliche Sönke Löhmann aus dem Verbandsjugendausschuss des BFV.

v.li. Björn Fecker, Bernd Gieseke, Anja Stahmann, Mark Schaffert, Cornelia Holsten, Sönke Löhmann, und Alexey Dietz bei der Übergabe der technischen Ausrüstung

Entstanden und mitentwickelt worden ist die Idee zu diesem Projekt bei den Jugendlichen selbst. Der Jugendausschuss des BFV gibt den aktiven Jugendlichen in Form der sogenannten „Führungsspielertreffs“ eine Stimme im Verband und damit ein Mitspracherecht hingehend ihrer Wünsche und Bedürfnisse. Ein wesentliches Ergebnis war, dass die Jugendlichen sich einen offenen Raum für die Zeit zwischen Schule und Training wünschen.

„Mit dem Thema eFootball widmen wir uns der Lebensrealität den jungen Menschen in unseren Vereinen. Natürlich sind wir uns der damit einhergehenden Verantwortung bewusst und werden dieser durch eine tiefgründige und professionelle Begleitung des Projektes auch gerecht“, sagte BFV-Präsident Björn Fecker.

Auch Jugendsenatorin Anja Stahmann sieht dem Pilotprojekt positiv entgegen. „Wenn es uns gelingt, Jugendliche über den eFootball auf die Sportplätze zu bekommen, wäre das fantastisch“, so Stahmann.

Mit dem FC Union 60, dem ATS Buntentor, dem Bremer SV, dem Habenhauser FV, dem TV Eiche Horn, der SG Marßel, dem SC Lehe-Spaden, dem JFV Weyhe-Stuhr und dem „branchenfremden“ ATSV Habenhausen haben sich neun Vereine für dieses Pilotprojekt angemeldet. Ihnen wurde im Rahmen der Kick Off-Veranstaltung eine Grundausstattung an technischen Geräten, bestehend aus zwei Flachbildschirmen, einer PlayStation, vier Controllern und dem Spiel Fifa 20, zur Verfügung gestellt. Zeitgleich wurde das offizielle eFootball-Logo des BFV präsentiert.

Das Projekt wird durch die BSJ pädagogisch betreut und durch die Hochschule Bremen evaluiert. Gleichzeitig werden den teilnehmenden Vereinen gewisse Vorgaben gegeben, die sie zu erfüllen haben. Diese können beispielsweise ein wöchentliches Regelangebot, Quartalstreffen zum Erfahrungsaustausch, präventive Schulungsangebote oder Elternabende sein, die von Bremischen Landesmedienanstalt organisiert und finanziert werden. „eFootball ist für uns kein klassisches ‚Daddeln‘, sondern die Verzahnung von digitaler und analoger Welt. Für uns ist es dabei sehr wichtig, die Eltern mitzunehmen“, erklärte Cornelia Holsten, die Direktorion der Bremischen Landesmedienanstalt.

Für den Gesundheitspartner des Projektes war vor allem diese Unterstützung durch externe Einrichtungen ein Grund für die Beteiligung. „Uns hat die professionelle Begleitung des Pilotprojektes überzeugt“, sagte Alexey Dietz von der AOK Bremen/Bremerhaven.

Und für den Fall, dass die jungen Kicker ihre Skills von der Konsole auf dem echten Platz ausprobieren wollen, bekamen die Vereine zudem noch zwei Mini-Tore.

Das ist eFootball:

Der Begriff eFootball bezeichnet den sportlichen Wett­kampf zwischen Menschen in Fußball-Simulationen an Spielekonsolen. eFootball kann als Individual- oder Mannschaftssport mit bis zu vier Personen (Eins gegen Eins, Zwei gegen Eins und Zwei gegen Zwei) gleichzeitig gespielt werden. Möglich ist das sowohl offline (die Spieler/innen müssen am gleichen Ort an derselben Konsole spielen) als auch online (die Spieler/innen sitzen an verschiedenen Orten, aber ihre Konsolen sind über das Internet miteinander verbunden). Die technische Ausrüstung für eFootball beschränkt sich auf einen Bildschirm, eine Spielekonsole (PlayStation oder Xbox), die dazugehörigen Controller (bis zu vier pro Konsole) und einen der beiden gängigen Fußball-Titel als Spiel (Fifa oder Pro Evolution Soccer).

v.li.: Tobias Ketz (Habenhauser FV), Björn Fecker (Präsident, Bremer Fußball-Verband), Prof. Dr. Axel Viereck (FC Union 60), Tore Felgendreher (Bremer SV), Bernd Gieseke (Vorsitzender, Bremer Sportjugend), Martin Fränzel (SC Lehe-Spaden), Anja Stahmann (Senatorin Für Soziales, Jugend, Integration und Sport), Mark Schaffert (ATSV Habenhausen), Wolfgang Noch (SG Marßel), Cornelia Holsten (Direktorin, Bremische Landesmedienanstalt), Tobias Willige (ATS Buntentor), Daniel Teetz (TV Eiche Horn), Alexander Svoboda (ATSV Habenhausen), Sönke Löhmann (Projektverantwortlicher, Bremer Fußball-Verband), Alexey Dietz (AOK Bremen Bremerhaven) und Rainer Dissmer (JFV Weyhe-Stuhr) bei der Übergabe der technischen Ausrüstung an die Vereine